Weiter auf Kernkraft setzen

RWE-Chef Großmann befürchtet "gravierenden Stromengpass"

RWE-Chef Jürgen Großman warnt vor einem "gravierenden Stromengpass" in Deutschland. Bis zum Jahr 2020 fehlten rund 30.000 Megawatt, dies entspreche der Leistung von 30 Großkraftwerken, sagte Großmann der "Welt am Sonntag" am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Bereits vor diesem Zeitpunkt werde Deutschland zu einem Stromimportland. "Und damit werden wir weitaus weniger als heute Herr darüber sein, wie unser Energiemix aussieht und wie es um unsere Energiesicherheit bestellt ist", betonte er.

Großmann unterstrich: "Während Frankreich die Kernenergie weiter ausbaut, setzen andere Länder verstärkt auf Kohle. Und Sie glauben doch nicht, dass überall in Osteuropa die Standards eingehalten werden, die wir für unsere Kohlekraftwerke erfüllen müssen und wollen." Aufgrund der ehrgeizigen EU-Klimapolitik ist er sich sicher, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis in Deutschland ein Umdenken bei der Kernenergie einsetzt. "RWE wird deshalb weiterhin auf sie setzen."