Stromriese wird grüner

RWE bündelt erneuerbare Energien in neuer Tochter (Upd.)

RWE treibt den Ausbau erneuerbarer Energien voran. Die diesbezüglichen Aktivitäten werden zum 1. Februar nächsten Jahres in der neuen Konzerntochter RWE Innogy gebündelt. Diese werde jährlich mindestens eine Milliarde Euro in die umweltfreundliche Energiegewinnung investieren.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Als Chef von RWE Innogy holt RWE den früheren Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt an Bord, der zuletzt an der Spitze von Deutschlands drittgrößtem Windenergieerzeuger REpower Systems stand. Mit RWE Innogy will RWE nach eigenen Angaben seinen Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Energieerzeugung des Konzerns von jetzt fünf auf bis zu 20 Prozent ausbauen. Damit orientiert sich der Konzern an entsprechenden Zielen der EU-Politik, die diesen Anteil regenerativer Energien in Europa bis 2020 durchsetzen will.

RWE Innogy soll Anlagen für die regenerative Energieerzeugung planen, errichten und betreiben und damit zu einem der führenden europäischen Erzeuger in diesem Energiesegment aufsteigen. RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann räumte ein, dass die erneuerbaren Energien im Konzern "gemessen an ihrer gesellschaftlichen Bedeutung, ihrem ökologischen Potenzial und ihren Wachstumschancen in der Vergangenheit klar zu kurz gekommen" seien. Insofern stelle der Start von RWE Innogy "eine grundlegende Weichenstellung" dar.

Den Schwerpunkt will RWE Innogy auf die Windenergieerzeugung im europäischen On- und Offshorebereich. Vor allem Großbritannien - dort ist RWE bereits einer der größten Windkraftbetreiber -, Frankreich und Deutschland stehen dabei im Vordergrund. "Windenergie ist von allen erneuerbaren Energien am nächsten an der Wirtschaftlichkeit", sagte Vahrenholt.

Aber auch mit Solar- und Geothermie sowie mit Wellen- und Gezeitenkraft will sich RWE Innogy "intensiv beschäftigen", wie es hieß. Weitere Schwerpunkte seien Wasser- und Biomasseprojekte in ganz Europa. Einen Börsengang der Gesellschaft schloss Großmann nicht aus.

Großmann und Vahrenholt gehen langfristig von einer Wirtschaftlichkeit bei der Produktion erneuerbarer Energien aus, die derzeit noch bezuschusst wird. "Wir erwarten von dem Geschäftsbereich zusätzliche nennenswerte Beiträge zur Wertschöpfung", sagte Großmann. Nach Einschätzungen von Vahrenholt könnte schon innerhalb der nächsten fünf Jahre Windenergie in Deutschland ohne Zuschüsse erzeugt werden.

Als Chef von REpower Systems hatte sich Vahrenholt bereits für eine langfristige Abschaffung der Windkraft-Subventionen ausgesprochen, um so größere Anreize für mehr Effizienz bei der Erzeugung von Windkraft zu schaffen.

Nach Angaben der Energieagentur NRW haben sich die regenerativen Energiequellen mittlerweile zu einem lukrativen Geschäftsfeld entwickelt. So wurden im vergangenen Jahr in NRW rund 9,5 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Damit habe sich der Anteil der regenerativen Energien an der gesamten Stromversorgung innerhalb von fünf Jahren in etwa verdoppelt, sagte ein Sprecher in Wuppertal.