Analyse

RWE bekräftigt positive Prognose für 2004

Mit einem guten Halbjahresergebnis startet der größte deutsche Energiekonzern ins zweite Halbjahr. Der Betriebsgewinn in Höhe von 3.281 Milliarden Euro übertraf die Analystenerwartungen leicht, auch die Verschuldung konnte reduziert werden. Mit "vernünftigen" Netznutzungsentgelten könnte nun auch die Zukunft finanziert werden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (red) - Der Essener Energiekonzern RWE AG kann nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr seine Prognose für das Gesamtjahr 2004 bekräftigen. Beim betrieblichen Konzernergebnis wird daher weiterhin mit einem Zuwachs im einstelligen Prozentbereich gerechnet. Durch eine gute Entwicklung in den Kerngeschäften Energie und Wasser konnte das betriebliche Konzernergebnis um zwölf Prozent auf 3.281 Millionen Euro gesteigert werden. Analysten hatten im Schnitt einen Betriebsgewinn von 3,238 Milliarden Euro geschätzt.

Das Nettoergebnis auf Konzernebene sei vor allem durch Sondereffekte wie gestiegene Veräußerungsgewinne auf 1.357 Millionen Euro angewachsen. Die Veräußerungsgewinne lagen aufgrund des Verkaufs der Beteiligungen an Consol und Heidelberger Druckmaschinen mit 549 Millionen Euro um 482 Millionen Euro über Vorjahr.

Gleichzeitig konnte das jährliche Kostenniveau um insgesamt 2.555 Millionen Euro gesenkt werden. Auch die Nettofinanzschulden verringerten sich um 2,1 Milliarden Euro auf 15,7 Milliarden Euro.

"Performance, Fokus und finanzielle Disziplin bedeutet für uns aber nicht nur, zu wachsen und Kosten zu senken, sondern in unseren Kernregionen auch umsichtig in die Zukunft zu investieren", kommentiert RWE-Vorstandschef Harry Roels. Gleichzeitig stellte er Investitionen in die Infrastruktur der britischen Wasserwirtschaft sowie den Ausbau und die Erneuerung der Kraftwerke in Deutschland in Aussicht.

In Deutschland plant RWE zunächst bis zu 3300 Megawatt seiner Erzeugungsleistung schrittweise bis 2010 mit einem Gesamtvolumen von zwei bis drei Milliarden Euro zu ersetzen. Roels: "Wir erwarten, dass ein modernes Braunkohlekraftwerk bei derzeitigen Marktpreisen durchschnittlich etwa 18 Jahre braucht, um seine Kapitalkosten zu verdienen."

Auch in die aktuelle Diskussion um die Erhöhung der Netznutzungsentgelte schaltete sich der niederländische Top-Manager ein: "Hoher Standard hat seinen Preis." Schließlich gehöre Deutschland zu den europäischen Champions hinsichtlich der Netzsicherheit und der Verkabelung der Stromnetze. Um diese Standards zu halten, müssten in den nächsten Jahrzehnten zweistellige Milliardenbeträge investiert werden. Roels appellierte, hier zu Ende zu denken. Als Energieunternehmen, das seinen Versorgungsauftrag ernst nehme und eine Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern und Aktionären habe, stelle sich RWE dieser Herausforderung, indem es jede Kilowattstunde marktgerecht produziere und verkaufe. Roels: "So - und nur so - können wir Zukunft finanzieren."