Hauptversammlung in Essen

RWE bekräftigt Ergebnisausblick für 2005 (aktualis.)

Der Essener Energiekonzern RWE hat seinen Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr sowie seine mittelfristigen Ziele bekräftigt. Vorstandschef Harry Roels sagte heute auf der Hauptversammlung in Essen, das Unternehmen wolle das betriebliche Ergebnis weiter verbessern.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Ohne die Effekte aus Währungsschwankungen sei mit einem Zuwachs im einstelligen Prozentbereich zu rechnen. RWE gehe davon aus, die Belastungen aus den höheren Steinkohlekosten, aus Kraftwerksinstandhaltung und durch die Regulierung im deutschen Netzgeschäft mehr als ausgleichen zu können.

Mit positive Effekten rechne er aus den europäischen Stromaktivitäten und den weiteren Kosteneinsparungen in allen Konzernbereichen, sagte Roels weiter. Auch beim Nettoergebnis sei ein Plus im einstelligen Prozentbereich zu erwarten. Dabei werde das neutrale Ergebnis wegen erheblich geringerer Veräußerungsgewinne zurückgehen, während das Finanzergebnis voraussichtlich etwas steigen werde.

Roels bekräftigte, RWE wolle auch in den kommenden Jahren im Schnitt um mindestens fünf Prozent beim betrieblichen Ergebnis organisch wachsen. 2006 soll der Konzern dann eine Kapitalrendite von 14 Prozent erzielen und das Kostensenkungsziel von rund 700 Millionen Euro sowie eine Ausschüttungsquote von 50 Prozent erreichen. Roels geht davon aus, dass die Belastungen aus den höheren Steinkohlekosten, aus Kraftwerksinstandhaltung und durch die Regulierung im deutschen Netzgeschäft durch weitere Kosteneinsparungen in allen Konzernbereichen sowie die Impulse aus den europäischen Stromaktivitäten mehr als kompensiert werden können.

Gleichzeitig kündigte Roels Investitionen in Höhe von zwölf Milliarden Euro in den kommenden 15 Jahren zur Modernisierung des deutschen Kraftwerksparks an. In der Affäre um die umstrittene Abfindung sowie um Vergünstigungen für den ehemaligen CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer sprach Roels erneut von Versäumnissen des Konzerns. Derzeit arbeite eine Expertenkommission an Vorschlägen für einen Verhaltenskodex, die bis Jahresmitte vorgelegt solle. Auf dieser Basis solle dann über ein entsprechendes Regelwerk entschieden werden.

Die Börsenpläne des RAG-Konzerns stießen bei den RWE-Aktionären auf scharfe Kritik. Als ein "Schurkenstück sondergleichen" bezeichnete Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) das derzeitige Vorgehen des RAG-Vorstandsvorsitzenden Werner Müller. Der frühere Wirtschaftsminister agiere mit seinen nicht abgestimmten Vorstößen gegen die Interessen der RWE-Aktionäre. Es sei Zeit, dass der Aufsichtsrat der RAG einschreite. RWE ist an RAG mit rund 30 Prozent beteiligt und damit nach E.ON zweitgrößter Anteilseigner.