2009 in Betrieb

RWE baut Pilotanlage zur CO2-Wäsche an Kohlekraftwerk

Im Kraftwerksstandort Niederaußem (Rhein-Erft-Kreis) soll eine Pilotanlage zur CO2-Wäsche entstehen. Laut RWE Power wird Mitte kommenden Jahres mit den vorbereitenden Arbeiten zum Anschluss der Anlage an den 1000-Megawatt Kraftwerksblock des bestehenden Braunkohlekraftwerks begonnen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Essen/Niederaußem (ddp-nrw/sm) - Anfang 2009 solle die Anlage in Betrieb gehen. Ziel der Kohlendioxid-Wäsche ist es, den CO2-Ausstoß in die Atmosphäre deutlich zu senken. Neben RWE Power sind der Chemiekonzern BASF sowie der Industriegasehersteller Linde an dem Projekt beteiligt.

Das Konzept sieht vor, einen Teil des Rauchgases aus dem Kraftwerk abzuzweigen und in die Pilotanlage zu leiten. Dort soll es bei niedriger Temperatur mit einer speziellen Waschflüssigkeit zusammengebracht werden. Dabei werde das Kohlendioxid chemisch gebunden und zu 90 Prozent aus dem Rauchgas abgetrennt. Durch eine Erhöhung der Temperatur könne das CO2 schließlich auch von der Waschflüssigkeit getrennt werden und stehe dann in Reinform zur Verfügung. Bis zu 300 Kilogramm Kohlendioxid pro Stunde sollen auf diese Weise aus dem Rauchgas gewaschen werden. Bis zum Aufbau einer Infrastruktur zur CO2-Lagerung soll das Gas in den normalen Rauchgasstrom zurückgeleitet werden.

18 Monate lang soll die Anlage im Testbetrieb laufen. Parallel dazu soll ein Konzept für eine Großanlage ausgearbeitet werden. Bei erfolgreichem Testverlauf soll Mitte 2010 mit dem Bau einer ersten großen Demonstrationsanlage begonnen werden. Ab 2015, so hoffen die Projektpartner, kann die CO2-Abtrenntechnik dann auch für die Nachrüstung bestehender moderner Anlagen beziehungsweise an neuen Kraftwerken eingesetzt werden.

Daneben will RWE in Niederaußem eine Demonstrationsanlage zur Vortrocknung von Braunkohle errichten. Durch diese Technik soll es möglich werden, den Wirkungsgrad moderner Braunkohlekraftwerke um vier Prozent zu steigern.