Zukunft der Kernenergie

RWE-Azubis demonstrieren für Atomkraft

Rund 1500 Auszubildende und junge Angestellte des Energiekonzerns RWE haben sich am Freitagmorgen im südhessischen Biblis zu einer Demonstration für die Zukunft der Kernenergie zusammengefunden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Biblis (ddp-hes/red) - Die Mitarbeiter reisten nach Angaben des Unternehmens aus ganz Deutschland an den Standort der beiden Atomreaktorblöcke Biblis A und B an. Aufgerufen wurden sie dazu von der Gesamtjugendvertretung des RWE-Konzerns und dessen Kraftwerkssparte RWE Power. Am Vormittag wollten die Demonstranten in einem "Solidaritätsmarsch" zum Kirchplatz von Biblis ziehen, wo RWE-Chef Jürgen Großmann und Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zu ihnen sprechen wollten.

Auch Azubis von E.ON und EnBW dabei

An der Demonstration nahmen auch Gruppen von Auszubildenden der Energieunternehmen EnBW und E.ON teil. "Biblis - kernig in die Zukunft" hieß es auf T-Shirts und Transparenten.

Beide Blöcke des Atomkraftwerks sind zurzeit stillgelegt, RWE will sie im Herbst wieder ans Netz gehenlassen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) drängt hingegen auf das endgültige Abschalten der Blöcke.

Atomkraftgegner mit Flaschen beworfen

Eine rund zehnköpfige Gruppe von Atomkraftgegnern - darunter Vertreter der jungen Grünen und Greenpeace-Aktivisten -, die sich am Rand des Kundgebungsplatzes in Biblis versammelt hatten, wurden von Demonstrationsteilnehmern mit Äpfeln und Plastikflaschen beworfen.

Die hessischen Grünen warfen dem Energiekonzern RWE vor, seine Auszubildenden als Jubelkulisse zu missbrauchen. Offenbar finde sich sonst niemand, "der freiwillig seine Stimme für die Atomkraft erhebt", sagte sie. Es sei ein großer Unterschied, ob Atomkritiker auf eigene Kosten und in ihrer Freizeit am Samstag zur großen Anti-Atom-Demo nach Berlin fahren, oder ob Unternehmen ihre Azubis während der Arbeitszeit nach Biblis auf die Straße schicken.