Hohe Kosten

RWE: Aufwand für Reaktorstillstand in Biblis bei 1,1 Milliarden Euro

Der monatelange Stillstand der beiden Reaktorblöcke im hessischen Biblis ist beim RWE-Konzern nach dessen Angaben mit einem Gesamtaufwand von 1,1 Milliarden Euro zu Buche geschlagen. Das berichtet die "Berliner Zeitung" unter Hinweis auf Angaben einer Konzernsprecherin.

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Berlin (ddp/sm) - Die Reaktorblöcke Biblis A und B mussten im September und Oktober 2006 wegen offenkundiger Mängel bei Dübelbefestigungen vom Netz genommen werden. Biblis B konnte am letzten Wochenende wieder in Betrieb genommen werden, mit dem Wiederanfahren von Biblis A wird in den nächsten Tagen gerechnet.

Der Konzern erwartet dem Bericht zufolge, dass die Reaktoren das Gros der aufgelaufenen Strombeschaffungskosten wieder einspielen können, da sich die Laufzeit der beiden Atommeiler um den Stillstandszeitraum verlängert. Damit sei auch die ursprünglich für Mitte 2008 vorgesehene endgültige Abschaltung des seit 1974 betriebenen Reaktorblocks Biblis A vom Tisch.

Nach Informationen der Zeitung verfügt Biblis A noch über eine so große Restrommenge, dass die Anlage nach dem derzeit geltenden Atomgesetz unter Volllastbedingen noch 21 Monate lang betrieben werden kann. Da der Reaktor für eine turnusmäßige Revision noch einmal für einen längeren Zeitraum heruntergefahren werden müsse, stelle sich die Stilllegungsfrage jetzt erst nach der im Herbst 2009 anstehenden Bundestagswahl.

Ähnlich sei die Lage beim Vattenfall-Reaktor Brunsbüttel, der seit den Pannen vom Sommer dieses Jahres nicht mehr am Netz ist. Nach Auskunft des schleswigholsteinischen Sozialministeriums ist mit einer Wiederinbetriebnahme dieses Reaktors frühestens im Februar 2008 zu rechnen, schreibt die Zeitung. Auch für das KKW-Brunsbüttel gelte, dass die während der Stillstandsphase ausgefallene Stromproduktion nachgeholt werden könne. Damit verschiebt sich die ursprünglich für den Sommer 2009 vorgesehene endgültige Abschaltung des Meilers ebenfalls auf die Zeit nach der Bundestagswahl.