Konzernspitze

RWE-Aufsichtsrat ringt um vorzeitigen Führungswechsel

Der RWE-Aufsichtsrat kommt heute erneut zu Beratungen zusammen. Es geht darum, Vorstands-Chef Harry Roels zu einem vorzeitigen Ausscheiden zu bewegen und seinen Nachfolger Jürgen Großmann bereits zum 1. November an die Konzernspitze zu setzen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Trotz anderslautender Medienberichte ist aber offenbar eine Einigung mit Roels trotz der wochenlangen Verhandlungen noch längst nicht sicher. Denn für Roels könnte ein freiwilliger Rückzug drei Monate vor Vertragsende gravierende finanzielle Folgen haben. In den Verhandlungen geht es vor allem um Aktienoptionen des Niederländers, die sich auf bis zu neun Millionen Euro summieren sollen, und auf deren Auszahlung Roels bei einem vorzeitigen Abgang drängt.

Grund für die seit Wochen andauernde Diskussion um den Führungswechsel bei RWE ist ein Beschluss des Aufsichtsrates aus dem Februar. Das Kontrollorgan war damals überein gekommen, den Ende Januar 2008 auslaufenden Vertrag mit Roels nicht noch einmal zu verlängern. Zu seinem Nachfolger wurde der Stahlunternehmer Großmann bestimmt, der zum 1. November zunächst als einfaches Mitglied in den Konzernvorstand einziehen sollte.

Bereits zwei Monate später klagten erste Mitarbeiter aus verschiedenen Konzernbereichen hinter vorgehaltender Hand über ein "Machtvakuum", das entstanden sei. Schon Mitte April kursierten erste Spekulationen über einen früheren Amtsantritt von Großmann. Roels beteuerte dagegen wiederholt, dass er seinen Vertrag zu erfüllen gedenke.