Rechnung nicht bezahlt

Russland will Gas-Lieferungen nach Weißrussland drosseln (Upd.)

Da Weißrussland seine Gas-Rechnung nicht bezahlt habe, will der russische Konzern Gazprom die Lieferungen in das Land ab heute um 45 Prozent reduzieren. Deutschland sei davon aber nicht betroffen, verspricht Gazprom, die EU sieht die Lage jedoch als "sehr ernst", auch Berlin zeigt sich besorgt über den Streit.

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Moskau/Brüssel/Berlin (ddp/red) - Ab heute wolle Gazprom die Gaslieferungen nach Weißrussland um 45 Prozent reduzieren, bis das Land den offenen Betrag von rund 450 Millionen Dollar zahle. Gasprom versicherte jedoch, dass die Lieferungen an Europa davon nicht beeinträchtigt werden, so "Spiegel Online".

Der "Rheinischen Post" zufolge ist man in Brüssel jedoch besorgt über die Lage, schließlich laufen ein Fünftel der der Europäischen Gaslieferungen über Weißrussland, vor allem nach Deutschland, Polen und Litauen. So könnte das Weißrussland von den Lieferungen an die EU-Länder Gas abzweigen. Ein EU-Sprecher hat die beiden Parteien aufgerufen, den Konflikt unverzüglich beizulegen. Fall erforderlich, werde die EU-Kommision nächste Woche eine Gas-Koordinierungsgruppe einberufen.

Auch die Bundesregierung sieht den Konflikt zwischen Gazprom und Weißrussland mit Sorge. Wirtschafts-Staatssekretär Joachim Wuermeling appellierte an die Verantwortung der Konfliktparteien, schnellstmöglich eine tragfähige Vereinbarung zu erreichen und Lieferengpässe zu vermeiden. Laut Wuermeling steht die Bundesregierung mit den betroffenen deutschen Gasversorgungsunternehmen in engem Kontakt. Diese hätten zugesichert, alle erforderlichen Maßnahmen getroffen zu haben, um auf mögliche Lieferengpässe adäquat reagieren zu können.

Aufgrund der bestehenden Speicherkapazitäten, der Jahreszeit und der geringen Liefermengen über die Gaspipeline durch Weißrussland sei in Deutschland mit einer Gefährdung der Versorgungssicherheit nicht zu rechnen. udem habe Gazprom erklärt, die Liefermengen für europäische Abnehmer im Notfall über andere Versorgungswege bereitzustellen.

Weiterführende Links
  • Zum Artikel der Rheinischen Post
  • Zum Artikel von Spiegel Online