Ankündigung

Russland kappt Stromlieferungen nach Weißrussland (Upd.)

Eigentlich wollte Russland in der Nacht zum Mittwoch seine Stromlieferungen an Weißrussland aussetzen. Der Grund: Offene Rechnungen. Doch jetzt hat der russische Energieversorger InterRao dem angeschlagenen Land noch eine Galgenfrist bis kommenden Montag gewährt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Moskau (afp/red) - Weißrussland bezieht etwa zehn Prozent seines Strombedarfs aus Russland, der Großteil wird im eigenen Land produziert. Der genannte russische Energieversorger hatte bereits Anfang Juni die Stromlieferungen nach Weißrussland halbiert und die Zahlung von Schulden in Höhe von fast 37 Millionen Euro verlangt. Wenige Tage später wurden die Lieferungen nach einer Einigung auf einen Zeitplan für die Rückzahlungen wieder aufgenommen.

Fristverlängerung für Weißrussland

Die am Dienstag verhängte Deadline für das entgültige Unterbrechen der Stromlieferung wurde nun ebenfalls nocheinmal hinausgeschoben. Bis zum kommenden Montag hat das wirtschaftlich angeschlagene Land nun Zeit, seine Schulden zu begleichen. Tut es das nicht, wird die Stromzufuhr wohl abgestellt.

Kredit aus Moskau ist an Bedingungen geknüpft

Die ehemalige Sowjetrepublik leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Devisen und Lebensmittel werden bereits knapp. Dies ist die bislang größte Bedrohung für Präsident Alexander Lukaschenko, der das Land bereits seit 17 Jahren autoritär führt. Vor allem da die erste Rate eines Kredites von drei Milliarden Dollar, den Moskau und andere ehemalige Sowjetrepubliken dem Land in Aussicht gestellt haben, an die Bedingung geknüpft ist, die von Lukaschenko favorisierte Staatswirtschaft zumindest in Teilen aufzugeben.