Verhalten kaum vorhersehbar

Russland: Erhebliche Einnahmen durch Emissionshandel möglich

Eine Beteiligung Russlands am Emissionshandel könnte dem Land Einnahmen bis zu 30 Milliarden Euro in der Periode 2008 bis 2012 ermöglichen. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seinem aktuellen Wochenbericht 10/2005.

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Berlin (red) - Im Hinblick auf die Klimapolitik sei der Beitritt Russlands zum Kyoto-Protokoll ein entscheidender Fortschritt gewesen, bilanzieren die Experten vom DIW. Jedoch sei das russische Verhalten bezüglich des Emissionshandels schwer vorhersagbar. Zudem erwartet das DIW, dass Russland strategisch Emissionsrechte zurückhält, um den Preis von Kohlendioxid-Zertifikaten steigen zu lassen. In welchem Umfang es zu einem Verkauf von Emissionsrechten seitens Russlands kommt, hänge aber nicht nur vom strategischen Verhalten Russlands ab, sondern auch von der Nachfrage aus der EU.

Insgesamt sei die russische Energie- und Klimapolitik durch eine steigende Bedeutung des Energiesektors einerseits und durch einen Rückschritt bei den marktwirtschaftlichen Reformen des Sektors andererseits geprägt. Charakteristisch hierfür ist laut DIW die Verstaatlichung der Energieressourcen. Dies sei besonders im Hinblick auf die Energieversorgungssicherheit Europas problematisch. Mittelfristig werde Russland zwar ein wichtiger Energielieferant für Deutschland und die EU bleiben, insbesondere beim Erdgas. Jedoch würden andere Erdöl- und Erdgasexporteure wie z. B. nordafrikanische Länder eine stärkere Rolle einnehmen.