Unterwegs

Russisches Öl fließt wieder Richtung Deutschland

Deutschland erhält über die "Drushba"-Pipeline wieder Erdöl aus Russland. Gegen 10.00 Uhr sei das erste Öl im Rohöllager in Heinersdorf bei Schwedt eingetroffen, sagte die Pressesprecherin von Total Deutschland am Donnerstag in Berlin.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Von dort wird es an die beiden deutschen Raffinerien in Schwedt und in das rund 200 Kilometer entfernte Leuna weitergeleitet. Dort wird es "im Laufe des Vormittags" erwartet.

Am Mittwoch hatten Russland und Weißrussland ihren Streit um Öllieferungen beigelegt. Am Donnerstagmorgen war das erste Öl in Polen angekommen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) begrüßte die Wiederaufnahme der russischen Öllieferungen. Die Appelle, "eine schnelle und konstruktive Lösung im Ölstreit zu finden", seien in Moskau nicht ungehört geblieben, betonte er und fügte hinzu: "Vor diesem Hintergrund wollen wir nun mit Russland in einen Dialog eintreten, um unsere künftigen Energiebeziehungen auf eine dauerhaft verlässliche Grundlage zu stellen."

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) äußerte die Erwartung, "dass sich in Zukunft Streitigkeiten zwischen Liefer- und Transitland nicht zu Lasten der europäischen Kunden auswirken". Sollten noch einmal Schwierigkeiten auftreten, erwarte er "frühzeitige Konsultationen".

Der Öltransit über die Erdölleitung "Drushba" (Freundschaft) nach Polen und Deutschland war in der Nacht zum Montag unterbrochen worden. Grund waren von Weißrussland erhobene Transitzölle auf russisches Öl. Russland wiederum hatte zuvor angekündigt, ab diesem Jahr auf Rohölexporte nach Weißrussland Zölle zu erheben.

Neben Deutschland, das rund 20 Millionen Tonnen seines jährlichen Rohöl-Imports von etwa 100 Millionen Tonnen über die "Drushba"-Pipeline bezieht, waren auch die Slowakei, Tschechien und Ungarn vom Öllieferstopp betroffen.