Energie aus Kaliningrad

Russischer Versorger bietet Deutschland Atomstrom an

Der russische Energiekonzern Inter Rao hat der Bundesrepublik Stromlieferungen aus seinem neuen Atomkraftwerk in Kaliningrad angeboten. "Schon im Jahr 2016 könnte der erste Strom vom neuen Kernkraftwerk nach Deutschland fließen", sagte Inter-Rao-Chef Boris Kowaltschuk dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe).

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (afp/red) - Sein Unternehmen könne damit helfen, die Versorgungslücke zu schließen, die Deutschland durch den Atomausstieg droht. Die große Entfernung von 450 Kilometern bis zur deutschen Grenze gefährde die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens nicht. "Für uns würde sich das auf jeden Fall rechnen, trotz der zusätzlichen Transportkosten", sagte Kowaltschuk. Die Strompreise in Deutschland seien viel höher als vor Ort in Russland.

Vorbehalte gegen Atomstrom seien nicht neu

Auch von der großen Skepsis in der deutschen Öffentlichkeit gegenüber der Kernenergie lässt sich der Inter-Rao-Chef dem Bericht zufolge nicht beirren. Er sei sich bewusst, dass es in Deutschland Vorbehalte gegen den Import von Atomstrom gebe, sagte Kowaltschuk, "dabei liefern Tschechien und Frankreich doch bereits." Die deutschen Versorger Eon und RWE wollten sich laut "Handelsblatt" nicht zu dem Angebot von Inter Rao äußern.