Vorschlag

Russischer Ölkonzern will Ölpreis aus Dollar, Euro und Yuan berechnen

Der russische Ölkonzern Lukoil hat eine neue Berechnung des Ölpreises vorgeschlagen. Die Preisberechnung in Dollar sei "heutzutage nicht die richtige Messlatte", nötig sei "ein Währungskorb mit Dollar, Euro und Yuan, was die Marktsituation realistischer widerspiegeln würde", sagte der Lukoil-Vizepräsident Leonid Fedun der "Wirtschaftswoche".

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp.djn/sm) - Allerdings sieht Fedun dem Magazin zufolge dann immer noch kaum Chancen, dass der Ölpreis von derzeit rund 88 Euro pro Barrel sinken könnte. "Die Nachfrage übersteigt noch immer das Angebot. Die weltweiten Fördermengen haben sich dem oberen Limit angenähert", sagte Fedun. Sie könnten vielleicht noch um ein bis zwei Prozent steigen, aber die alten Ölfelder versiegten schneller als neue Lagestätten gefunden würden.

Auch Russland sei bei der Ölförderung am Limit, die Fördermengen gingen zurück. Deshalb könne Europa auch nicht mit steigenden Energielieferungen aus Russland rechnen.

Einen Barrelpreis von "70 bis etwa 90 Euro halte ich für einen der Sachlage entsprechenden Preis", erklärte der Lukoil-Vizepräsident. Laut Fedun ist Lukoil weiter daran interessiert, direkte Vertriebswege in Deutschland aufzubauen und in den Kauf einer Raffinerie zu investieren. "Wir wollten schon immer eine Raffinerie in Deutschland kaufen", ergänzte er.