DIW-Wochenbericht

Russische Energiewirtschaft: Hohe Exporterlöse verschleiern Reformbedarf

Die russische Energiewirtschaft hat sich deutlich erholt. Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht des DIW hervor. Bei gestiegenen Ölpreisen auf dem Weltmarkt haben russische Energieexporte, insbesondere von Mineralölen, in jüngster Zeit deutlich zugenommen. Die damit verbundenen hohen Einnahmen würden zur Erholung der russischen Wirtschaft beitragen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Die russische Energiewirtschaft hat sich nach einer im Vergleich zur Gesamtwirtschaft relativ kurzen Phase sinkender Produktion und Exporte deutlich erholt, so das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 15/2003. Die Energieproduktion ist seit 1998, dem Jahr der Finanzkrise, ständig gestiegen und erreichte 2002 etwa das Niveau, das sie kurz nach Auflösung der Sowjetunion hatte. Bei gestiegenen Ölpreisen auf dem Weltmarkt haben russische Energieexporte, insbesondere von Mineralölen, in jüngster Zeit deutlich zugenommen. Die damit verbundenen hohen Einnahmen tragen laut DIW-Wochenbericht zur Erholung der russischen Wirtschaft bei.

In den vergangenen Jahren sei die Bedeutung der Energiewirtschaft für die Gesamtwirtschaft weiter gestiegen. Der im Herbst 2002 vorgelegte Entwurf einer langfristigen Energiestrategie verweist auf den notwendigen Strukturwandel, heißt es im Wochenbericht. Gleichzeitig werde eine deutliche Zunahme von Energieproduktion und -export prognostiziert. Hierzu sollen das Investitionsklima verbessert und die Umstrukturierung im Energiesektor fortgesetzt werden. Die Zeit für Reformen wäre jetzt günstig. Allerdings wird diese Gelegenheit von der Wirtschaftspolitik nur ansatzweise genutzt, um die notwendigen Reformen in der Energiewirtschaft voranzutreiben, kritisiert das DIW.

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