Hochspannungsnetz

Rund 700 Einwände gegen neue Stromtrassen (Upd.)

Gegen den geplanten Neu- und Ausbau des deutschen Hochspannungs-Stromnetzes im Zuge der Energiewende haben einem Bericht zufolge 700 Bürger und Organisationen Einwände geltend gemacht. Hintergrund ist der geplante beschleunigte Ausbau des Höchstspannungsnetzes um bis zu 3800 Kilometer.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Berlin (afp/red) - Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Dienstag unter Berufung auf die zuständigen Netzbetreiber berichtete, wurden in der ersten Konsultationsphase zum Netzentwicklungsplan hunderte schriftliche Beschwerden eingelegt und Stellungnahmen eingereicht. "Die Zahl der Stellungnahmen wird sicher noch steigen", zitierte die "FAZ" eine Sprecherin des Netzbetreibers Tennet.

Die Frist für Stellungnahmen sollte am Dienstag um Mitternacht enden. Die Netzbetreiber müssen Kritik und Anregungen bis Mitte August in einem Bericht an die Bundesnetzagentur weiterleiten, die dann ein zweites Anhörungsverfahren beginnt. Dessen Ergebnisse sollen in das bis zum Jahresende geplante Bundesnetz-Gesetz einfließen. Mit dem neuen Verfahren sollen die Planungs- und Bauzeiten für neue Stromleitungen von zehn auf fünf Jahre halbiert werden.

Stromnetz wird erweitert und optimiert

Der Aus- und Umbau der Stromnetze gilt als einer der wichtigsten Bausteine der Energiewende. Die Netzbetreiber hatten im Mai mit dem Netzentwicklungsplan die Grundzüge dafür vorgelegt. Zu einem großen Teil soll demnach das bereits bestehende Netz optimiert und erweitert werden, aber auch tausende Kilometer neuer Stromtrassen sind geplant. Geschaffen werden müssen vor allem neue Leitungen, die den Windstrom aus dem Norden in die Industriezentren im Süden und Westen Deutschlands transportieren.

Den genauen Verlauf der Trassen legt der Netzentwicklungsplan noch nicht fest, er definiert lediglich den Anfangs- und Endpunkt. Die konkrete Streckenführung müssen die zuständigen Behörden in den Bundesländern beschließen.

Neues Internetportal zum Netzausbau

Die Bundesnetzagentur startete derweil ein neues Internetangebot zum Netzausbau. Unter www.netzausbau.de können sich Interessierte über Hintergründe, die Planung und den Stand des Ausbaus informieren, wie die Bonner Behörde am Dienstag mitteilte. "Ist in meiner Gegend eine neue Leitung geplant? Wie kann ich Einfluss auf die laufenden Planungen nehmen? Diese und viele weitere Fragen soll das neue Internetangebot beantworten", erklärte Netzagentur-Chef Jochen Homann.

Update: Zahl der Stellungnahmen gestiegen

Über 1500 Bürger sowie Vertreter von Politik, Gemeinden, Verbänden und Unternehmen haben sich an den Planungen für den Neu- und Ausbau des Stromnetzes im Zuge der Energiewende beteiligt. Sie reichten ihre schriftlichen Stellungnahmen zum Netzentwicklungsplan (NEP) per Internet, E-Mail oder Brief bei den Übertragungsnetz-Betreibern ein, wie die Unternehmen am Mittwochabend mitteilten. Die Kritik und Anregungen sollen nun in einem zweiten Entwurf des NEP berücksichtigt werden.