Breit aufgestellt

Ruhrgas Industries will führender Anbieter von Mess- und Regeltechnik werden

Die Essener Ruhrgas Industries GmbH sieht nach der abgeschlossenen Übernahme der ABB-Messtechnik Chancen, zum international führenden Anbieter von Strom-, Gas und Wasserzählern aufzusteigen. Das Geschäftsjahr 2002 war trotz schwieriger Konjunkturlage zufriedenstellend, hieß es bei der Jahrespressekonferenz des Unternehmens.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Essener Ruhrgas Industries GmbH sieht nach der erfolgreich abgeschlossenen Umstrukturierung und der Übernahme der ABB-Messtechnik erhebliche Chancen, zum international führenden Anbieter von Mess- und Regeltechnik für die Versorgungsindustrie zu werden. Mit einem Produktportfolio von Gas-, Strom-, und Wassermessgeräten für Industrie- und Haushaltskunden ist das Unternehmen eigenen Angaben zufolge breit aufgestellt. "Durch die gemeinsame Bearbeitung von Märkten und die effiziente Gestaltung von Vertriebs- und Produktionsstrukturen werden neue Marktchancen zu erreichen sein", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Ruhrgas Industries, Dr. Gerhard Eschenröder, anlässlich der Jahrespressekonferenz des Unternehmens auf dem Weltgaskongress in Tokio. "Wir werden unser strategisches Ziel, eine umfassende Kompetenz für Produkte und Dienstleistungen 'rund um das Messen für die Versorgungsindustrie' aufzubauen, erreichen", so Eschenröder.

Ruhrgas Industries hatte im September des vergangenen Jahres für rund 244 Millionen US-Dollar das Strom- und Wasserzählergeschäft von der ABB Handels- und Verwaltungs-AG, Zürich, übernommen. Die inzwischen in Elster Metering umbenannte Unternehmensgruppe erzielte im Jahr 2002 einen Umsatz von 406 Millionen Euro, der erstmals 2003 konsolidiert wird. Bereits im Dezember 2002 wurden wesentliche Geschäftsbereiche der ABB-Sparte in die Holding Elster Metering eingegliedert; kleinere Einheiten folgen im laufenden Geschäftsjahr.

Auch das Geschäftsfeld Industrieofenbau stärkte Ruhrgas Industries durch eine strategisch sinnvolle Akquisition: Im April dieses Jahres wurde das belgische Unternehmen Drever erworben, der internationale Marktführer für kontinuierliche Wärmebehandlungsanlagen für die Stahlindustrie. Drever erwirtschaftete 2002 mit etwa 100 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von rund 30 Millionen Euro.

Nach dem Rekordergebnis des Geschäftsjahres 2001 haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatz und Gewinn der Ruhrgas Industries auf Grund der konjunkturellen Schwäche, weltpolitischer Unsicherheiten und als Folge des schwachen US-Dollars zum Euro deutlich verringert. Die Umsatzerlöse sanken auf rund 876 Millionen Euro (Vorjahr 973 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis reduzierte sich insbesondere um 32,6 Millionen Euro auf 40,3 Millionen Euro (Vorjahr 72,9 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern ging im Vergleich zum Vorjahr von 78,5 Millionen Euro auf 41,4 Millionen Euro zurück. Als wesentlicher Sondereffekt war für diese deutliche Veränderung der laufende Rechtsstreit in einem Produkthaftungsfall der amerikanischen Tochtergesellschaft Perfection Corporation in den USA verantwortlich. Bei einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 41,4 Millionen Euro erwirtschaftete das Unternehmen eine Eigenkapitalrendite von 26,3 Prozent.

In einem schwierigen konjunkturellen Weltmarkt konnten die Auswirkungen des Umsatzrückganges auf das operative Ergebnis durch konsequentes Kostenmanagement begrenzt werden. Eschenröder: "Nach der vollzogenen Umstrukturierung hat sich Ruhrgas Industries als robust und anpassungsfähig erwiesen. Gemessen am schwierigen Marktumfeld haben wir ein zufriedenstellendes operatives Ergebnis erwirtschaftet".

Zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs beschäftigten die Unternehmen der Ruhrgas Industries 9299 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs von 3295 Mitarbeitern und ist auf die Akquisition der ABB-Messtechnik zurück zu führen. Der Anteil der im Ausland beschäftigten Mitarbeiter liegt bei über 69 Prozent.