Strom-News
Erste LesungDie öffentliche Beteiligung an Hamburgs Energienetzen ist am Mittwoch einen kleinen Schritt vorangekommen. Die Bürgerschaft stimmte dem Antrag des SPD-geführten Senats in erster Lesung mehrheitlich zu. Eine zweite Lesung wurde vom Senat gewünscht, aber durch ein Nein von mehr als 20 Prozent der Bürgerschaft vertagt.
Hamburg (dapd/red) - Der Senat hatte vergangenes Jahr mit den Energiekonzernen E.ON und Vattenfall einen Rückkauf von jeweils 25,1 Prozent an den Strom-, Gas und Fernwärmenetzen vereinbart.
Die Opposition kritisierte das geplante Vorhaben scharf, für das der Senat 543,5 Millionen Euro investieren will. Der Senat gebe damit Geld aus, das er nicht habe, für Netze, die er nicht brauche, sagte der haushaltspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Roland Heintze. Auch die Grünen nannten den geplanten Kauf ein schlechtes Geschäft, selbst wenn zuvor von der SPD-Fraktion ein Zusatzantrag eingebracht worden war, der wichtige Aspekte, etwa einen Energiebeirat, vorsehe.
Aus Sicht der FDP sollte die Abstimmung in der Bürgerschaft so lange vertagt werden, bis der Landesrechnungshof die Kaufabsichten begutachtet hat und seine Stellungnahme vorliegt. Bislang seien die Abgeordneten nicht ausreichend über die Finanzlage informiert worden, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Thomas-Sönke Kluth. Die Linke unterstützte das Anliegen der FDP. Der Antrag wurde von der Mehrheit der Bürgerschaft jedoch abgelehnt.
Die zweite Lesung wird voraussichtlich in der kommenden Bürgerschaftssitzung im Mai stattfinden. Für September 2013 ist zudem noch ein Volksentscheid über den Aufkauf geplant, den die Bürgerinitiative "Unser Hamburg - Unser Netz" durchgesetzt hat. Für den Fall, dass der Volksentscheid gegen die geplante 25-Prozent-Beteiligung ausfällt, hat die SPD-Fraktion in ihren Zusatzantrag bereits eine Rücktrittsklausel mit Rückerstattung des Kaufpreises aufgenommen. Die Initiative fordert die vollständige Verstaatlichung der Hamburger Energienetze - aus Sicht des Senats untragbar.
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Der Rückkauf der Energienetze in Hamburg steht auf dem Prüfstand. Der Senat der Hansestadt hatte sich mit den Energieunternehmen E.on und Vattenfall im November für den Rückerwerb von 25.1 Prozent der Netze geeinigt. Jetzt soll geprüft werden, ob diese 25,1 Prozent ausreichend sind, um den Einfluss auf die Unternehmen zu garantieren.
Das Atomkraftwerk im schleswig-holsteinischen Brokdorf ist am Mittwoch wegen beschädigter Teile vom Netz genommen worden. Bis mindestens Freitag soll der Meiler nicht wieder hochgefahren werden. Der holsteinische Meiler ist eminent wichtig für die Versorgung der Millionenstadt Hamburg.
Der Rückkauf der EnBW-Aktien durch die schwarz-gelbe Landesregierung in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr wird von einem Untersuchungsausschuss aufgearbeitet. Die CDU-Fraktion votierte am Dienstag einstimmig für die Einsetzung des Gremiums, wie der Vorsitzende Peter Hauk in Stuttgart sagte.
Das gilt zumindest für die Hansestadt und für Holstein: Windkraft und Biomasse sind die wichtigsten Quellen für erneuerbare Energie in Schleswig-Holstein und Hamburg. Die gesamte Quote für Strom aus regenerativen Quellen liegt in dem Flächenland bereits bei über 30 Prozent, besagen aktuelle Statistiken.
Der Hamburger Senat hat sich mit den Energieversorgern Vattenfall und E.on über den teilweisen Rückkauf von Versorgungsnetzen geeinigt. Die Stadt erwirbt für 543,5 Millionen Euro einen Anteil von jeweils 25,1 Prozent an Strom-, Gas und Fernwärmenetzen, wie Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Dienstag sagte.Strompreise vergleichen
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