Luft raus?!

Rückgang bei neu installierten Windkraft-Anlagen

Laut einem aktuellen Gutachten des Deutschen Windenergie-Institut ging die neu installierte Leistung zur Gewinnung von Windenergie im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 2645 Megawatt zurück. Die Studie erwartet 2006 einen Einbruch, aber 2008 soll die Talsohle durchschritten sein.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der Windenergie in Deutschland ist im vergangenen Jahr ein wenig die Luft ausgegangen. Nach einer heute vorgelegten Studie des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) ging die neu installierte Leistung zur Gewinnung von Windenergie 2003 um 18 Prozent auf 2645 Megawatt zurück.

"Dies lag vor allem an den guten Vorgaben des Rekordjahres 2002, aber auch an der fehlenden klaren Gesetzgebung", sagte der Leiter des Instituts, Jens-Peter Molly. Trotzdem bleibe Deutschland im Windenergiemarkt Spitzenreiter. Nach Branchenangaben waren Ende 2003 in Deutschland insgesamt 15 387 Windräder mit insgesamt 14 609 Megawatt Leistung in Betrieb.

Die im Zusammenhang mit der im Mai stattfindenden Hamburger Windenergiemesse in Auftrag gegebene Studie erwartet 2006 einen Rückgang der neu installierten Leistung in Deutschland auf rund 1500 Megawatt. Diese Talsohle soll ab 2008 durchschritten sein. Danach soll die Leistung bis 2020 bis auf rund 4500 Megawatt ansteigen. Auch für Europa und den Rest der Welt werde ein kontinuierliches Wachstum auf dem Windenergiemarkt erwartet.

Die zu dieser Studie befragten 400 Hersteller und Entwickler von Windenergieanlagen in Deutschland und auch international gaben vor allem unklare politische Rahmenbedingungen für die momentan unsichere Situation an. So spiele die Windenergie Ländern wie Polen und der Türkei kaum noch eine Rolle. Neben den politischen Einflüssen nannten die befragten Unternehmen auch die oft unsichere Finanzierung der Projekte und Anlagen als Hinderungsgrund für weitere Expansionen.

Zu der Entwicklung des Weltmarktes in den kommenden fünf bis acht Jahren gaben die Befragten einheitlich positive Stimmen ab. "Wir erwarten bis 2012 international eine installierte Leistung von rund 150 000 Megawatt", sagte Molly. Das wäre rund vier Mal so viel wie heute.