Statistik

Rohöl: Hohe Preise trotz ausreichendem Angebot

Wie der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) mitteilt, setzte sich der Anstieg der Rohölpreise im zweiten Quartal 2006 trotz der mehr als ausreichenden Rohölversorgung weiter fort. Die Auseinandersetzung um das iranische Atomprogramm habe sich dabei preistreibend ausgewirkt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (red) - Das Weltölangebot lag nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) in diesem Zeitraum mit 85,1 Millionen Barrel pro Tag (mbd) um 1,8 mbd über der Ölnachfrage, so der MWV. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal sei das ein Anstieg um 0,7 mbd oder knapp 1 Prozent. Die Nachfrage erhöhte sich um 0,9 mbd oder 1 Prozent auf 83,3 mbd.

Aufgrund der geopolitische Faktoren erhöhte sich der Preis erheblich. Der OPEC-Korb aus elf Rohölsorten kostete den Angaben zufolge im Quartalsdurchschnitt 64,74 Dollar pro Barrel. Das waren 7,06 Dollar pro Barrel oder 12 Prozent mehr als im ersten Quartal 2006. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal stieg der Durchschnittspreis für den OPEC-Korb sogar um 15,40 Dollar pro Barrel oder 31 Prozent. Der niedrigste Monatsdurchschnitt wurde mit 64,44 Dollar pro Barrel im April registriert. Im Mai erhöhte er sich auf 65,11 Dollar pro Barrel und ging im Juni auf 64,60 Dollar pro Barrel zurück.

Der Preis für das Nordseeöl Brent lag im April 2006 mit 70,35 Dollar pro Barrel erstmals im Monatsdurchschnitt oberhalb der 70-Dollar-Marke. Im Mai sank er auf 69,83 Dollar pro Barrel und belief sich im Juni auf 68,69 Dollar pro Barrel. Im Quartalsvergleich verteuerte sich Brent um 35 Prozent von durchschnittlich 51,56 Dollar pro Barrel im entsprechenden Vorjahresquartal auf 69,63 Dollar pro Barrel im zweiten Quartal 2006. Im ersten Quartal 2006 hatte der Brent-Preis mit durchschnittlich 61,81 Dollar pro Barrel noch um knapp 8 Dollar pro Barrel niedriger notiert.

Die wirtschaftliche Situation der Raffinerien hat sich im zweiten Quartal 2006 im Vergleich zu den ersten drei Monaten dieses Jahres deutlich verbessert, so der Verband. An den internationalen Märkten sind die Preise für die Hauptraffinerieprodukte stärker gestiegen als die Rohölpreise. Die sich erweiternde Schere zwischen Rohöl- und Produktenpreisen ermöglichte es den Raffinerien, ihre Produkte mit Gewinn zu vermarkten. Die hohen Benzinimporte der USA führten insbesondere bei diesem Produkt zu einer Verbesserung der Verkaufserlöse.

Der Gesamtabsatz von Mineralölprodukten war im zweiten Quartal 2006 mit 26,8 Millionen Tonnen genauso hoch wie im entsprechenden Vorjahresquartal. Bei den einzelnen Produkten zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen. So ging die Kraftstoffnachfrage deutlich zurück. Der Absatz an Ottokraftstoff lag mit 5,7 Millionen Tonnen um 7,5 Prozent unter dem des zweiten Quartals des Vorjahres. Die Nachfrage nach Dieselkraftstoff reduzierte sich um 3,6 Prozent auf 7,2 Millionen Tonnen. Gestiegen ist dagegen die Nachfrage nach leichtem Heizöl. Sie lag im zweiten Quartal 2006 bei 5,2 Millionen Tonnen und damit um knapp 13 Prozent über der des absatzschwachen Vorjahresquartals. Die lang anhaltende Kälte im Winter 2005/06 und die unter dem langjährigen Mittel liegenden privaten Verbraucherbestände zwangen viele Verbraucher zum Heizölkauf.

Weiterführende Links