Hohe Sicherheitsmaßstäbe

Röttgen will offenbar längere AKW-Laufzeiten erschweren

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will den Kernkraftwerksbetreibern laut einem Zeitungsbericht längere Laufzeiten durch strenge Auflagen madig machen. In der Union wurden daraufhin wütende Proteste laut; von "überzogenen Sicherheitsanforderungen" war die Rede.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/red) - Das "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe) berichtet unter Berufung auf interne Unterlagen beteiligter Ministerien, für den Fall einer Laufzeitverlängerung um 28 Jahre setze Röttgen Investitionen in die Sicherheit der Reaktoren in Höhe von rund 50 Milliarden Euro voraus. Dadurch könnte ein Weiterbetrieb uninteressant werden.

Röttgen setzt sich in der Union für einen möglichst zügigen Atomausstieg ein, während sich die CDU/CSU-Bundestagsfraktion für eine Verlängerung der Laufzeiten von derzeit 32 auf bis zu 60 Jahre ausspricht.

Die Laufzeitverlängerung spielt eine zentrale Rolle im energiewirtschaftlichen Gesamtkonzept, an dem die Bundesregierung derzeit arbeitet. Für das Konzept werden dem Bericht zufolge verschiedene Szenarien errechnet, darunter auch Laufzeitverlängerungen für die 17 deutschen Kernkraftwerke von 4, 12, 20 und 28 Jahren. Bei einer nur vierjährigen Verlängerung sieht der Umweltminister laut der Zeitung einen Investitionsbedarf von rund neun Milliarden Euro, das entspräche im Durchschnitt knapp 500 Millionen Euro pro Kraftwerk.

Die Unions-Fraktion reagierte mit Unmut. "Die Betreiber sollen durch überzogene Sicherheitsanforderungen aus dem Markt gekegelt werden. Unter den Bedingungen, die Minister Röttgen vorschweben, lohnt sich die Laufzeitverlängerung nicht mehr", kritisierte der energiepolitische Koordinator der Unions-Fraktion, Thomas Bareiß (CDU). Im Energiekonzept müsse mit realistischen Werten gerechnet werden.