Atommüll

Röttgen will Klärung der Endlagerfrage

Bundesumweltminister Norbert Röttgen will die Debatte über die künftige Energiepolitik mit dem umstrittenen Thema der Endlagerung von Atommüll verknüpfen. Des Weiteren ergab eine Umfrage, dass eine Energiewende für die meisten Deutschen nicht zu teuer werden darf.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - "Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Frage der Zwischen- und Endlagerung Teil eines Energiekonsenses in Deutschland würde", erklärte der CDU-Politiker und Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Eine Umfrage ergab derweil, dass sich die meisten Bürger den Ausstieg aus der Atomenergie monatlich nicht mehr als zehn Euro kosten lassen wollen.

Endlager-Frage

Röttgen erklärte, die Endlager-Frage sollte in die Gespräche mit den Ländern eingebracht werden. Er werde sich aktiv dafür einsetzen. Röttgens Sprecherin Christiane Schwarte sagte, der Minister begrüße dazu die Äußerungen aus Baden-Württemberg im Grundsatz. Der designierte Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) hatte in einem Interview die Bereitschaft erklärt, auch in seinem Bundesland nach Endlagerstandorten suchen zu lassen. Schwarte machte ausdrücklich keine Angaben zu der Frage, ob Röttgens Bemühungen in ein Endlagergesetz münden werden.

Lagerung von hochradioaktivem Müll

Für die Lagerung von hochradioaktivem Müll gibt es in Deutschland derzeit keine Lösung. Der Standort Gorleben wird als möglicher Standort gehandelt. Dabei geht es vor allem um verbrauchte Brennelemente, die in Castorbehältern gelagert und transportiert werden.

Energiewende darf nicht zu teuer werden

Zu teuer darf die Energiewende nach Meinung der meisten Deutschen jedoch nicht werden. Laut einer Umfrage des Magazins "Stern" würden 60 Prozent höchstens zehn Euro im Monat mehr für Strom zahlen, wenn er nicht mehr aus Atomkraft stammt. Monatlich bis zu 30 Euro würden 20 Prozent der Befragten auf den Tisch legen, 6 Prozent hielten eine Steigerung um monatlich bis zu 50 Euro für akzeptabel. Ein Prozent der Bevölkerung würde sogar Mehrkosten von bis zu 100 Euro in Kauf nehmen. 13 Prozent antworteten mit "weiß nicht", "gar nichts" oder "mehr als 100 Euro".