"Nur eine Brücke"

Röttgen will keinen neuen Konflikt um Atomenergie

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will den Konflikt um die Nutzung der Atomenergie nicht weiter eskalieren lassen. Die neue Bundesregierung sei entschlossen, "den Weg ins regenerative Zeitalter zu gehen", sagte Röttgen der Wochenzeitung "Die Zeit". Der Anteil des Atomstroms werde sinken, die Kernenergie könne nur "eine Brücke" sein.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Gorleben (ddp/red) - Die nicht gelöste Entsorgungsfrage stelle sich unabhängig davon, "ob einzelne Kernkraftwerke möglicherweise ein paar Jahre länger laufen als von der rot-grünen Regierung beschlossen", sagte Röttgen weiter. Er wolle einen schon befriedeten gesellschaftlichen Konflikt nicht wieder aufflammen lassen. "Ich bin entschlossen, es dazu nicht kommen zu lassen", unterstrich der Minister.

Bei Atomkraftgegnern stießen die Äußerungen auf Kritik. Röttgen täusche sich, wenn er den geplanten Weiterbetrieb von Atomkraftwerken als Harmlosigkeit verkaufe, sagte der Sprecher der Initiative "Ausgestrahlt", Jochen Stay. Für eine Mehrheit der Bevölkerung sei schon die derzeitige Nutzung der Atomenergie nicht akzeptabel.

Deshalb sei es gar nicht die Frage, ob Röttgen den Streit um die Atomkraft neu aufflammen lassen wolle. "Mit der Ankündigung von FDP und Union, Laufzeiten verlängern zu wollen, ist das Feuer längst gelegt", sagte Stay.