Atomausstieg schrittweise

Röttgen will Bedarf an Atomstrom berechnen lassen

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will den zukünftigen Bedarf an Atomkraft mit Hilfe von Energieszenarien errechnen lassen. So solle der Anteil an Atomstrom immer weiter sinken, je nachdem, wie viel Kernenergie noch benötigt werden, hieß es.

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Hamburg (ddp/red) - "Wir brauchen nicht mehr Kernenergie, aber wir brauchen sie wahrscheinlich noch etwas länger als die willkürliche Festlegung durch Rot-Grün", sagte Röttgen der "Financial Times Deutschland". Röttgen sagte, es müsse zu einem schrittweisen Ausstieg aus der "Brückentechnologie" Kernkraft kommen. "Die Brücke wird etwas länger, aber sie wird mit der Zeit immer schmaler werden."

Grundprinzip des Ausstiegs sei das "dynamische Ersetzen". Röttgen versicherte: "Die Kernkraftwerke laufen nur so lange, bis der Ausbau der Erneuerbaren Energien sie überflüssig macht." Konkrete Zahlen zur Laufzeitverlängerung will Röttgen nicht vor den nötigen Berechnungen nennen.

Ziel ist Ausbau erneuerbarer Energien

Bis zur Sommerpause will die Bundesregierung den Entwurf eines energiepolitischen Gesamtkonzepts vorlegen, das im Oktober verabschiedet werden soll. Als Anforderungen an das Konzept nannte Röttgen neben der Sicherheit der Energieversorgung die Klimaziele der Bundesregierung.

"Ziel des Konzepts ist auch, bis 2020 40 Prozent weniger CO2 auszustoßen als 1990 und bis 2050 80 bis 95 Prozent weniger CO2." Erneuerbare Energien würden bis 2050 "Hauptträger der Energieversorgung" sein, sagte der Minister. "Mit diesen Anforderungen kann man zu einem Plan kommen, wie wir nach und nach Kernenergie, Kohle, Öl und Gas durch erneuerbare Energien ersetzen."