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15.01.2010, 10:22 Uhr

Strom-News

Abkehr vom Atomausstieg

Röttgen verhandelt schon über längere Atomlaufzeiten

Umweltminister Röttgen hat erste Gespräche mit den Atomkonzernen zur Verlängerung der Atomlaufzeiten geführt. Erste Gespräche hätten "Anfang Januar begonnen", sagte Röttgens Sprecherin der "Financial Times Deutschland". Bayerns Umweltminsiter Söder fordert, dass die Länder an den Gewinnen der AKW-Betreiber beteiligt werden.

Hamburg (afp/red) - "Selbstverständlich sind Gespräche mit den EVU wesentlicher Bestandteil der Erarbeitung des energiepolitischen Gesamtkonzeptes", sagte die Sprecherin. Über den Inhalt der informellen Treffen sei zwischen den Gesprächspartnern Stillschweigen vereinbart worden.

Röttgen war von Wirtschaftspolitikern in der Union dafür kritisiert worden, die Atombranche zu lange warten zu lassen, obwohl bereits im Frühjahr mit Neckarwestheim der erste Meiler abgeschaltet werden müsse. Im Januar soll ein offizielles Gespräch zwischen Energiekonzernen und Bundesregierung im Kanzleramt stattfinden. Die informellen Einzelgespräche zwischen Röttgen und den Konzernchefs sind davon unabhängig.

Söder: AKW 10 Jahre länger laufen lassen

Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) mahnte schnelle Verhandlungen mit den Energieversorgern an. "Ohne längere Laufzeiten ist die klimafreundliche Energieversorgung in Süddeutschland nicht zu gewährleisten."

Söder will demnach den Atomkraftwerksbetreibern eine Laufzeitverlängerung von zehn Jahren anbieten. "Wenn wir unsere sicheren Kernkraftwerke nur jeweils um zehn Jahre länger laufen lassen, sparen wir 1,5 Milliarden Tonnen CO2 ein", sagte er. Danach lasse sich "Bilanz ziehen" und feststellen, wie weit die regenerativen Energien seien. "Damit kann man in die Vertragsverhandlungen gehen."

Länder sollen von AKW-Gewinnen profitieren

Söder fordert laut FTD auch Mitsprache für die Länder bei den Verhandlungen zur Laufzeitverlängerung. "Die Länder haben schließlich die Atomaufsicht - und auch die Kompetenz." Zudem sollten die Länder an den Zusatzgewinnen beteiligt werden, die die Kraftwerksbetreiber im Gegenzug für die Laufzeitverlängerung abgeben müssen. "Die Standortländer müssen entsprechend ihrem Anteil an der Kernenergie davon profitieren." Gewinner dieses Modells wären vor allem Bayern und Baden-Württemberg, die einen Großteil ihres Stroms aus Atomkraft beziehen.

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