Strom-News
StandpunktUngeachtet der Kritik aus den eigenen Reihen hält Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) an einer nur moderaten Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke fest und setzt auf die Windkraft als Rückgrat der künftigen Stromversorgung. Röttgen sieht einen Umbau der Energieversorgung als vierfachen Gewinn.
Berlin (afp/red) - Es sei im Koalitionsvertrag fest vereinbart, die Atomkraft durch erneuerbare Energien zu ersetzen, sagte Röttgen der "Süddeutschen Zeitung" vom Freitag. Atomenergie sei "nicht die Zukunftsoption". Kritik an seinem Kurs komme nur von Einzelnen, nicht aus der Breite der Union, sagte der Minister. "Es ist noch nicht jedem klar, dass wir mit dem Umbau der Energieversorgung langfristig vierfach gewinnen."
So bedeute der Verzicht auf Atomkraft auf lange Sicht auch einen Zugewinn an Sicherheit. Gleichzeitig könne Deutschland unabhängiger von Energieimporten werden und einen neuen Industriezweig aufbauen. Auch dem Klimaschutz sei damit gedient. "Es geht um einen Paradigmenwechsel", sagte Röttgen. Für seine Atom-Ausstiegspläne war er vor allem von Baden-Württembergs CDU-Ministerpräsidenten Stefan Mappus scharf gerügt worden.
"Unsere Vorstellung ist, dass das Rückgrat der künftigen Stromversorgung die Windenergie ist", sagte Röttgen. Dazu solle das Energiekonzept der Bundesregierung die Weichen stellen. In der öffentlichen Debatte gehe dieser Aspekt seines Gesamtkonzepts jedoch unter. "Sie wird verengt auf eine Facette, die vielleicht noch fünf, zehn Prozent ausmacht", kritisierte er. "Aber über die 90 Prozent sprechen wir zu wenig."
Die schwarz-gelbe Bundesregierung will die Akw-Laufzeiten über die im Atomausstieg vereinbarten Fristen hinaus verlängern. Um wieviel, ist noch ungeklärt. Während Röttgen nur eine moderate Verlängerung will, fordern andere Unionspolitiker, die Atomkraftwerke mindestens 15 Jahre länger in Betrieb zu lassen. Ende September will die Regierung ihr neues Energiekonzept vorstellen, das auch die Frage der Laufzeitverlängerung regelt.
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Bundesumweltminister Norbert Röttgen will die Windkraft stärker fördern. Die bisherige Förderung soll weiter ausgebaut werden und die Investition in Windanlagen auf See und auf dem Land sollen erleichtert werden. Bis 2011 sollen feste Investitionsentscheidungen für zehn Windparks erreicht werden.
Die FDP in Gestalt ihres Generalsekretärs Christian Lindner hat Umweltminister Röttgen vorgeworfen, er nutze in der Atomfrage "diffuse Ängste" in der Bevölkerung aus. Lindner warnte, ein "zu schneller" Akw-Ausstieg würde zu deutlich höheren Strompreisen führen und mithin vor allem sozial Schwache treffen.
Ein Verbund von rund 60 Stadtwerken aus Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg und Österreich wird den bundesweit ersten kommerziellen Offshore-Windpark übernehmen. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Gesellschafter der SüdWestStrom Windpark GmbH am Dienstagabend in Bremen.
Das Energieunternehmen E.ON erwartet einen Transport plutoniumhaltiger Brennelemente im ersten Quartal 2011. Die MOX-Brennelemente werden zunächst an die deutsche Nordseeküste gebracht und dort umgeladen. Umweltschützer haben mehrfach gegen den Transport der MOX-Brennelemente protestiert.
Laut einem Gutachten sind alte Atomkraftwerke in Deutschland nicht mehr sicher genug. Sicherheitsexperten halten die Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke nicht mehr für sicher genug. Die Laufzeitverlängerung der acht ältesten Anlagen in Deutschland stelle ein erhöhtes allgemeines Risiko dar.
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