Bericht

Röttgen hält offenbar Studie über Atomausstieg zurück

Das Bundesumweltministerium hält einem Medienbericht zufolge eine Untersuchung des Umweltbundesamtes (UBA) zurück, nach welcher der vollständige Atomausstieg bis 2017 fast ohne Probleme möglich ist. Angeblich habe sich Umweltminister Röttgen dafür eingesetzt, das Papier nicht öffentlich zu machen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Aus Kreisen des Ministeriums erfuhr die "Berliner Zeitung" (Donnerstagsausgabe), Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) persönlich habe sich dafür eingesetzt, das Papier mit dem Titel: "Hintergrundpapier zur Umstrukturierung der Stromversorgung in Deutschland" nicht an die Öffentlichkeit zu bringen. Das Ministerium habe auf eine Anfrage der Zeitung bis Mittwochabend nicht reagiert.

Koalition strebt Atomausstieg nach 2020 an

In Koalition und Regierung wird derzeit darum gerungen, bis wann genau der Atomausstieg angestrebt werden soll. Von den meisten schwarz-gelben Politikern werde der Ausstieg erst nach dem Jahr 2020 präferiert.

In einem Interview mit der Zeitung hatte UBA-Chef Jochen Flasbarth bereits einen Atomausstieg bis 2017 für technisch möglich gehalten. Es müssten allerdings womöglich zusätzliche Gaskraftwerke gebaut werden, habe Flasbarth betont. Das UBA ist dem Bundesumweltministerium zugeordnet.