Gespräche

Röttgen besichtigt Salzstock in Gorleben

Bundesumweltminister Röttgen besichtigt am Donnerstag erstmals das Erkundungsbergwerk in Gorleben, mit dem der dortige Salzstock auf seine Eignung zum atomaren Endlager untersucht wird. Auf viel Gegenliebe dürfte sein Antrittsbesuch im Wendland kaum stoßen, jedenfalls nicht bei Atomkraftgegnern.

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Berlin/Gorleben (dapd/red) - Der CDU-Politiker will mit Kommunalpolitikern aus der unmittelbaren Umgebung zusammentreffen und zudem ein Gespräch mit dem Landrat des Kreises Lüchow-Dannenberg, Schulz, und dem Besitzer des Salzstocks, Graf Bernstorff, führen.

Gorleben-Gegner wie die Bäuerliche Notgemeinschaft und die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) haben bereits angekündigt, Röttgens Visite ignorieren zu wollen. Schließlich war es der CDU-Politiker, der im März das vor zehn Jahren von der damaligen rot-grünen Bundesregierung verhängte Moratorium kippte. Die Arbeiten zur Erkundung des Salzstocks Gorleben als mögliches atomares Endlager sind in diesen Tagen wieder angelaufen.

Die Zusicherung, dass der Prozess "ergebnisoffen" sein soll, also ohne Vorfestlegung auf Gorleben und mit Standortalternativen für den Fall, dass der Salzstock sich nach wissenschaftlicher Überprüfung als ungeeignet erweisen sollte, wird indes auch von erklärten Atomkraftgegnern gewürdigt: Röttgen habe "wenigstens eine Abkehr vom Glaubenskrieg hin zu wissenschaftlicher Expertise angestoßen", sagt ein Wissenschaftler, der namentlich nicht genannt werden möchte, im dapd-Gespräch.