Zuverlässigkeit nicht gewährleistet

Robin Wood kritisiert geplantes Atommüll-Lager von EnBW in Neckarwestheim

Heute beginnt das Erörterungsverfahren für ein unterirdisches Atomlager am EnBW-Kernkraftwerk Neckarwestheim. Nach den Vorfällen der letzten Wochen hält die Umweltschutzorganisation Robin Wood den Betreiber für nicht zuverlässig genug.

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Der wegen Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen in seinen Atommeilern in die Schlagzeilen geratene Energiekonzern Baden-Württemberg (EnBW) will in Neckarwestheim ein unterirdisches Lager für Atommüll bauen. Dazu beginnt heute das atomrechtliche Erörterungsverfahren. Die Umweltschutzorganisation Robin Wood erhebt Einwendungen gegen den Bau des Lagers, da ein schlüssiges Entsorgungskonzept fehle und der strahlende Müll die Anwohner auf unzumutbare Weise gefährde.

In dem Lager in Neckarwestheim sollen 151 CASTOR-Behälter aufbewahrt werden, von denen ein Teil auch so genannte MOX-Brennelemente enthalten soll. EnBW hat beantragt, den Atommüll maximal 40 Jahre in Neckarwestheim zu lagern. Die Aktivisten kritisierten insbesondere, dass der Betreiber nach den Vorkommnissen der letzten Wochen scheinbar nicht über die gesetzlich vorgeschriebene Zuverlässigkeit im Umgang mit radioaktiven Stoffen verfüge. "Wenn es offenbar unter den Energiekonzernen üblich ist, Betriebshandbücher nach eigenem Gusto zu interpretieren, müssen die Betriebsgenehmigungen aller Atomkraftwerke wegen mangelnder Zuverlässigkeit der Betreiber sofort widerrufen werden", schlussfolgert Robin Wood-Energiereferentin Bettina Dannheim.