Industrielles Geothermiekraftwerk

RLP will Energiegewinnung aus Erdwärme ausweiten

Die rheinland-pfälzische Landesregierung will die Energiegewinnung aus Erdwärme im Land weiter ausbauen. Voraussichtlich am 21. November soll das bundesweit erste industrielle Erdwärmekraftwerk, das im südpfälzischen Landau errichtet wurde, ans Netz gehen, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Mit einer elektrischen Leistung von 2 bis 2,5 Megawattstunden soll dieses Werk dann fast 6000 Haushalte mit Strom und rund 500 Haushalte mit Wärme versorgen. Daneben seien am rheinland-pfälzischen Oberrheingraben, wo die geologischen Gegebenheiten für die Gewinnung von Erdwärme besonders günstig sind, an sechs weiteren Standorten Bohrungen in Vorbereitung, sagte Umweltministerin Margit Conrad (SPD) am Rande einer internationalen Tagung zum Thema Geothermie am Montag in Mainz. Ziel sei es, neben Landau weitere Erdwärmekraftwerke im Land zu errichten.

Um die Standortsuche zu unterstützen, werde derzeit im Auftrag des Umweltministeriums ein sogenannter Geothermieatlas erstellt, der genaue Auskunft über die Ressourcen in der Tiefe geben soll. Der Atlas, der den Angaben zufolge im Februar fertiggestellt ist, richte sich an Kommunen und Unternehmen. Als Anlaufstelle für Beratung und Information zum Thema Geothermie sei zudem vor kurzem im geologischen Landesamt eine Stabsstelle eingerichtet worden, sagte die Ministerin.

Bei der "First European Geothermal Review", zu der den Angaben nach rund 100 Experten aus der ganzen Welt nach Mainz gereist waren, stellte Conrad Rheinland-Pfalz als Referenzregion der Geothermie in Deutschland vor. "Steigende Energiepreise machen die alternative Energiegewinnung durch Geothermie immer interessanter. Rheinland-Pfalz ist der Motor dieser Entwicklung", sagte die Ministerin.