Bis zu 25 Prozent Kostenersparnis

RLP: Minister Hering rät zu Strompreisvergleichen

Aufgrund des Wegfalls der Regulierungspflicht für Endverbraucherpreise ab Juli weist der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering auf die Möglichkeit hin, den Stromanbieter zu wechseln. Dadurch "können Kunden in Rheinland-Pfalz bis zu 25 Prozent ihrer Stromkosten sparen", erklärte der Minister.

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Mainz (red) - Die im Wirtschaftsministerium angesiedelte Landesregulierungsbehörde habe die Preise rheinland-pfälzischer Stromversorger mit Preisen alternativer Anbieter verglichen. Die Berechnung wurde für einen typischen Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden durchgeführt. Danach können bei einem Anbieterwechsel bis zu 25 Prozent gespart werden.

Der jeweils günstigste Anbieter verlange in der Regel Vorkasse und gegebenenfalls auch die Abnahme eines so genannten Paketes, das heißt die Festlegung auf eine Mindestabnahmemenge. "Solche Angebote sollten die Kunden sorgfältig prüfen", betonte der Minister. Auch im Verhältnis zu Unternehmen, die keine Vorkasse und Mindestabnahmen fordern, seien Einsparungen von bis zu 13 Prozent möglich. Bei anderen Abnahmeverhältnissen sind ebenfalls deutliche Einsparungen erzielbar.

Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium werde die neuen Möglichkeiten des Kartellrechts nach dem Wegfall der Regulierungspflicht nutzen, kündigte Hering an. Mit dem Gesetz wurden die Instrumente zur Bekämpfung des Preismissbrauchs verschärft. Als besonders wichtig hob Hering die Umkehr der Beweislast hervor, die dafür sorgt, "dass künftig die Unternehmen selbst nachweisen müssen, dass ihre Preise sachlich gerechtfertigt sind." Außerdem sollen Verfügungen der Kartellbehörden in Missbrauchsverfahren sofort vollziehbar sein. Bisher hatten Beschwerden gegen kartellrechtliche Missbrauchsverfügungen aufschiebende Wirkung.

"Wir werden von diesen Möglichkeiten Gebrauch machen und sehr genau prüfen, ob es Fälle preismissbräuchlichen Verhaltens in Rheinland-Pfalz gibt", so der Wirtschaftsminister. Weitere wichtige Maßnahmen für mehr Wettbewerb auf dem Energiemarkt seien verbesserte Bedingungen für Kraftwerksanschlüsse und die Anreizregulierung, die zum 1. Januar 2009 in Kraft treten soll. Letztere verpflichtet Betreiber von Strom- und Gasnetzen, ihre Netzentgelte an das Niveau des effizientesten Netzbetreibers anzupassen.