Kraftwerksbau

RLP fordert vom Bund mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt

Die rheinland-pfälzische Landesregierung verlangt von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt zu schaffen. Dazu müsse der Bau neuer Kraftwerke vorangetrieben werden, um die Marktmacht der großen Vier einzudämmen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp-rps/sm) - Der Versuch von Glos, die Stromkonzerne durch die Ankündigung einer Kartellrechtsverschärfung in die Knie zu zwingen, habe sich als "Luftnummer erwiesen", sagte Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Um die preistreibende Marktmacht der vier großen Stromerzeuger RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall zu brechen, müsse die öffentliche Hand "so schnell wie möglich" den Bau neuer Kraftwerke forcieren - und zwar auf Kosten der Stromkonzerne selbst, sagte Hering.

Der Wirtschaftsminister forderte zugleich staatliche Förderprogramme für umweltfreundliche regionale Kraftwerke, die etwa von Stadtwerken, Privatpersonen oder mittelständischen Unternehmen betrieben werden sollten. Finanziert werden sollen die Förderprogramme Hering zufolge aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten an die großen Stromerzeuger.

Bis zum Jahr 2013 werde dadurch insgesamt rund eine halbe Milliarde Euro eingenommen, sagte Hering. Anschließend könnten die Erlöse aus dem Zertifikat-Verkauf sogar auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr steigen.