Energiebericht

RLP: Anteil erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung steigt

Erneuerbare Energien gewinnen bei der Stromerzeugung in Rheinland-Pfalz immer mehr an Bedeutung. Zu diesem Schluss kommt der in Mainz vorgestellte siebte Energiebericht der Landesregierung. "Wir brauchen aber nicht nur eine Verstetigung dieses Trends, sondern mehr Dynamik", sagte Umweltministerin Conrad (SPD).

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Dem alle zwei Jahre erscheinenden Energiebericht zufolge hat sich die Leistung der Windkraftanlagen im Land zwischen den Jahren 2000 und 2006 vervierfacht. Der Energieertrag habe im vergangenen Jahr bei 1,6 Milliarden Kilowattstunden gelegen. Dies entspreche sechs Prozent des gesamten rheinland-pfälzischen Stromverbrauchs, erklärte die Ministerin. Die Photovoltaikanlagen erzeugten im Vergleich bislang noch weniger als ein Prozent.

Der Naturschutzbund BUND begrüßt die "Erfolge des Landes bei den Erneuerbaren Energien". Zugleich appellierte BUND-Vorsitzender Bernhard Braun an Conrad, ihr Engagement in diesem Bereich zu verstärken. Zudem fordert er die Regierung auf, den geplanten Bau einen Kohlekraftwerkes in der Nähe von Mainz nicht weiter zu unterstützen.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Gebhardt kritisierte, dass der Bericht größtenteils auf Zahlen aus dem Jahr 2004 beruhe. "Es ist ein Witz im Jahr 2007 einen Bericht mit drei Jahre alten Zahlen vorzulegen", betonte Gebhardt. Die Aussagekraft des Berichtes reiche als Grundlage für politische Entscheidungen nicht aus.

Das Ministerium wies Gebhardts Kritik umgehend zurück. Der Bericht sei auf Grundlage der offiziellen Zahlen erstellt worden. Die Datenerhebung und -verarbeitung zur Erstellung der Energie- und Kohlendioxid-Bilanzen erfolge beim Statistischen Landesamt. Diese Statistiken wiederum basierten auch auf Daten des Statistischen Bundesamtes, die eben erst eineinhalb Jahre nach ihrer Erhebung vorlägen.

Der am Mittwoch vorgestellte Energiebericht sei "in Rekordzeit" erstellt worden, betonte eine Ministeriumssprecherin. Er sei "so aktuell wie es die amtliche statistische und damit seriöse Datenerhebung möglich macht".

Der Landesverband der Grünen Jugend kritisierte unterdessen die Energiepolitik der Regierung. Gerade bei den Kohlendioxid-Emissionen gebe es keine wesentlichen Verbesserungen. Zwar habe der CO2-Ausstoß in der Industrie abgenommen, sagte Laura-Luise Hammel, Sprecherin der Grünen Jugend. Im Verkehrsbereich seien die Emissionen in den vergangenen zehn Jahren jedoch "stark angestiegen». Hammel forderte deshalb eine "Wende in der Verkehrspolitik". Es müssten "endlich mehr Güter von der Straße auf die Schiene" gebracht werden.