Ökostrom vom Bauernhof

RLP: 90 Landwirte gewinnen Energie aus Biogasanlagen

Viele Landwirte haben Interesse an der Stromerzeugung aus Biomasse, die Abnahme des Stroms ist mit einer Vergütung von 16 Cent pro Kilowattstunde garantiert. Das die geplante EEG-Novellierung jedoch eine Vergütungskürzung vorsieht, könne nach Meinung der Energiewirte das "Ende der Erfolgsstory" sein.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Zweibrücken (ddp-rps/sm) - Landwirt Helmut Steinhauer ist einer von rund 90 Landwirten in Rheinland-Pfalz, die eine eigene Biogasanlage betreiben und damit Ökostrom erzeugen. Noch ist der Anteil der aus Biogas gewonnenen Energie gemessen an der Gesamtstromerzeugung mit weniger als zwei Prozent eher gering, wie die Zahlen des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums belegen. Aber dem Landesbauernverband zufolge ist das Interesse der Landwirte an der heimischen Produktion von Strom aus Biogas groß. Zumal vor dem Hintergrund, dass nach dem Willen der Bundesregierung der Anteil erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2020 auf 27 Prozent am deutschen Energiemix erhöht werden soll. In Rheinland-Pfalz liegt dieser Anteil derzeit bei 19 Prozent.

Steinhauer gehörte 2002 zu den ersten fünf Bauern im Land, die eine eigene Biogasanlage betrieben. In den zwei riesigen Tonnen, den sogenannten Fermentern, wird ununterbrochen eine Masse aus insgesamt 1900 Kubikmetern Gülle, angereichert mit Mais, Gras und anderen Pflanzenstoffen durchgerührt. Die beim Vergärungsprozess entstehenden Gasbläschen setzen sich unter der Kuppel ab. Das Gas wird direkt in den Verbrennungsmotor eines angeschlossenen Blockheizkraftwerks (BHKW) geleitet, das eine maximale Energieleistung von 300 Kilowattstunden erzeugt.

Über ein kleines Umspannwerk wird der Biostrom ins Netz eingespeist. Die Produktion läuft rund um die Uhr. Die Abnahme zum Festpreis von 16 Cent pro Kilowattstunde ist per Einspeisegesetz garantiert. Mit der Abwärme des BHKW werden sowohl die beiden Fermenter auf die nötige Betriebstemperatur gebracht, als auch Haus und Stallungen geheizt.

Sorge bereitet dem Land- und Energiewirt die Aussicht auf eine für 2008 geplante Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Denn die Bundesregierung hat in diesem Zusammenhang eine Kürzung der Grundvergütung von Biogas um 0,5 Cent vorgeschlagen. Auch der Fachverband Biogas, in dem bundesweit rund 3000 Betreiber und Planer von Biogasanlagen sowie Anlagenbauer organisiert sind, mahnt: "Die Diskussion um eine Kürzung tut der Branche nicht besonders gut." Kein Wunder, dass die Landwirte bezüglich des Baus neuer Anlagen eine eher abwartende Haltung haben. Steinhauer drückt es so aus: «Das könnte das Ende der Erfolgsstory Biogas sein."