Riva wehrt sich erfolgreich

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Egal wo der junge Stromanbieter Riva Energie seinen Strom anbietet, reagieren die ansässigen Stadtwerke nach Riva-Angaben mit unfairen Methoden und diffamierenden Behauptungen. Aber so leicht lässt sich das Beteiligungsunternehmen der amerikanischen Sempra Energy nicht ins Boxhorn jagen und gewinnt deshalb regelmäßig seine Prozesse vor den zuständigen Landgerichten, die gegen die Stadtwerke Einstweilige Verfügungen beschließen. So geschehen kürzlich in Köln, Saarbrücken, Sulzbach und Essen.


So dürfen zum Beispiel die Kölner Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke (GEW) nicht mehr behaupten, dass Riva-Mitarbeiter im Kundengespräch vorgegeben hätten, sie seien im Auftrag der GEW unterwegs. Tatsächlich wähle Riva Energie seine Mitarbeiter sorgfältig aus, schule sie intensiv und verpflichtet sie darauf, im Gespräch mit dem Kunden stets freundlich und vor allem korrekt über Riva zu informieren, so ein Unternehmenssprecher. Darüber hinaus wurde den GEW untersagt zu verlauten, die Preise von Riva Energie lägen "deutlich über dem Normalniveau". Das Landgericht Essen rügte die Emscher Lippe Energie GmbH (ELE), die mehrheitlich zur RWE gehört, weil diese in einem Schreiben an ihre Kunden vor dem angeblich "unlauteren Geschäftsgebaren" und den vermeintlich "unseriösen Vertriebsmethoden" von Riva gewarnt hatte. Im Wiederholungsfall droht der ELE nun ein Ordnungsgeld von bis zu 500 000 Mark.


Die Stadtwerke Saarbrücken schließlich hätten bei den zu Riva Energie gewechselten Kunden angerufen, um Riva Energie anzuschwärzen und fälschlicherweise zu behaupten, das Unternehmen könne keinen Strom liefern und verfüge über kein Know-how auf dem Stromsektor. Offensichtlich halfen Stadtwerke-Mitarbeiter sogar bei der Formulierung von Widerrufsschreiben. Diese unlauteren Methoden zur Rückgewinnung von Stromkunden verbot jetzt das Saarbrücker Landgericht.


Der US-Energiekonzern Sempra Energy ist an der New Yorker Börse notiert und erwirtschaftete 1999 mit 12 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 11 Milliarden Mark.