Kaufoption auf Regen

Risiko-Management mit Wetterderivaten: Immer breiter gefächert

Die Ergebniss der dritten weltweiten Wettermarktstudie von Pricewaterhouse Coopers zeigen sowohl einen Umsatzsprung in manchen Bereichen der Branche als auch eine zunehmende Diversifizierung bei den Wetterderivaten. Vor allem der Anteil der Geschäfte mit Absicherungen gegen Regen, Schnee und Wind wachse weiter, hieß es.

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Der Weltverband Wetter-Risiko-Management hat jetzt die Ergebnisse seiner weltweiten Wettermarktstudie veröffentlicht. Es handelt sich hierbei um die dritte Studie, die zusammen mit Pricewaterhouse Coopers erstellt wurde. Die Studie analysiert die Aktivitäten der Wetter-Risiko-Management-Industrie in den zwölf Monaten vom 1. April 2002 bis zum 31. März 2003. Danach hat sich während dieses Zeitraumes die Anzahl abgeschlossener Geschäfte gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Es wurden den Angaben zufolge 11.756 Wetterderivate mit einem Gesamtwert von 4.2 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.

"Die Studie bestätigt eindrucksvoll das nachhaltig gestiegene Interesse im Markt", sagte Hans Esser, dessen Beratungsunternehmen sich auf die Beratung zur Absicherung von Wetter-Risiken durch Wetterderivate in Deutschland spezialisiert hat. "Dies war besonders in Europa der Fall, wo zahlreiche neue Marktteilnehmer in den Markt gekommen sind, und auch in Deutschland gab es wieder eine zweistellige Zahl von Geschäftsabschlüssen im Endkundenbereich", teilte Esser weiter mit.

Die Ergebnisse dieser offiziellen Analyse zeigten laut Esser klar auf, dass dieser Markt ein gesundes Wachstum habe, auch und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Insbesondere der verregnete Sommer 2002 habe ein wachsendes Interesse an dieser Form des Risikomanagements hervorgebracht. Daraus erwuchsen Esser zufolge neue Anfragen etwa aus der Agrarindustrie, von Marmeladenherstellern, Eiskremproduzenten, Sonnenstudios und Autowaschanlagen. Dies beweise, dass die Anwendungsmöglichkeiten weit über die Energiebranche hinaus gingen, so Esser.

Zahlreiche Endkunden hätten den Wert dieser "Versicherung gegen schlechtes Wetter" auch hier erkannt, aber die meisten wetterabhängigen Unternehmen wüssten immer noch nicht, dass man sich gegen schlechtes Wetter absichern kann und dass dies unter dem Gesichtspunkt eines Risikomanagements nicht nur ratsam, sondern sogar zwingend notwendig sei, so die Ansicht Essers.

Weiterhin wurde mitgeteilt, dass die abgeschlossenen Wetterderivate eine zunehmende Diversifikation aufzeigten - was die Anbieter wünschenswert finden. Denn noch immer seien zirka 85 Prozent der abgeschlossenen Geschäfte temperaturbezogen, also etwa eine Absicherung gegen einen zu kalten oder warmen Winter oder einen zu kühlen oder heißen Sommer. Der Anteil der Geschäfte mit Absicherungen gegen Regen, Schnee und Wind wachse jedoch weiter. "Im letzten Jahr waren fast 500 aller abgeschlossenen Geschäfte im Niederschlagsbereich", so Esser weiter, der gerade im Niederschlagsbereich in Deutschland noch erhebliches Wachstum sieht.