E.ON und RWE beteiligt

Riesige Offshore-Windparks in britischer Nordsee geplant

E.ON, RWE und Siemens Offshore-Windparks vor der Küste Großbritanniens bauen. Die Anlagen sollen bis 2020 ein Viertel des britischen Strombedarfs decken. Das größte Projekt soll eine Leistung von 9 Gigawatt haben, an diesem Windpark ist auch die RWE-Tochter Innogy beteiligt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

London/Essen (ddp/red) - Die deutschen Konzerne E.ON, RWE und Siemens haben von Großbritannien Großaufträge zum Bau von Windparks in der Nordsee erhalten. Sie werden demnach allein oder als Teil von Konsortien Windparks mit über 15 Gigawatt Leistung errichten, wie die für die Vergabe zuständige britische Liegenschaftsverwaltung am Freitag mitteilte. Die Anlagen sollen bis 2020 errichtet werden und dann rund ein Viertel des britischen Strombedarfs decken.

Größter Offshore-Windpark mit 9 Gigawatt

RWE hat sich gemeinsam mit Partnern das größte Projekt gesichert, nämlich den Windpark "Dogger Bank" mit einer Leistung von neun Gigawatt. RWE Innogy-Chef Fritz Vahrenholt nannte das Vorhaben "Desertec des Nordens". Desertec ist eine Initiative mehrerer Unternehmen zur Erzeugung von Strom mittels solarthermischer Kraftwerke im Nahen Osten und in Nordafrika, deren Kosten momentan auf 400 Milliarden Euro veranschlagt werden.

"Dogger Bank" wird in dieser Hinsicht deutlich günstiger sein. Vahrenholt bezifferte die Kosten für eine Leistung von einem Megawatt, die mit Windkraftanlagen auf hoher See erreicht werden, auf rund drei Millionen Euro. Aber auch, wenn das Vorhaben finanziell nicht an das Wüstenstromprojekt heranreicht, so sind die Ausmaße doch beträchtlich. Das Areal ist mit 8600 Quadratkilometern halb so groß wie das Bundesland Schleswig-Holstein. In dem Areal werden dann im Abstand von einem Kilometer Windräder aufgestellt.

Zusätzlich hat RWE den Zuschlag für ein Projekt in Eigenregie erhalten. Mit dem Windpark "Bristol Channel" mit 1,5 Gigawatt Leistung zeichnet RWE Vahrenholt zufolge insgesamt für gut 4 Gigawatt verantwortlich, womit sich eine Investitionssumme von rund 12 Milliarden Euro ergibt. Um die Finanzierung zu stemmen, schloss Vahrenholt die Einbeziehung weiterer Parteien nicht aus.

Offshore-Wind soll ein Viertel des Energiebedarfs decken

Insgesamt erteilte die "Crown Estate" Genehmigungen für neun Projekte. Im Vorfeld war der Zuschlag für Vorhaben mit insgesamt 25 GW erwartet worden. Letztlich wurden es 32 Gigawatt, womit ein Viertel des britischen Energiebedarfs gedeckt werden soll.

Zu den "Gewinnern" zählen auch die deutschen Unternehmen E.ON und Siemens. Der Düsseldorfer Energiekonzern wird demnach für ein Projekt mit einer Leistung von 0,6 Gigawatt zuständig sein. Die Münchener Siemens AG errichtet mit Mainstream Renewable Power den Windpark "Hornsea" mit einer Leistung von vier Gigawatt. Zu diesem Konsortium gehört auch der Baukonzern Hochtief.