Öl-Statistik

Riesensprung bei Ölreserven: Kanadische Ölsände in Reserven aufgenommen

Um 25 Milliarden Tonnen auf 165 Milliarden Tonnen sind die Weltölreserven im vergangenen Jahr gestiegen. Grund: Die in Kanada jahrelang wirtschaftlich erfolgreiche Ölgewinnung aus Ölsänden führte zu einer Aufnahme dieser Bestände in die sicher bestätigten Ölreserven. Dies geht aus der gestern in Zürich vorgestellten Studie "Öldorado 2003" der ExxonMobil hervor.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Weltölreserven sind im Jahr 2002 so stark gestiegen wie noch nie zuvor. Sie wuchsen um 25 Milliarden Tonnen auf 165 Milliarden Tonnen. Der Grund hierfür liegt fast ausschließlich in Kanada. Die dort jahrelang wirtschaftlich erfolgreiche Ölgewinnung aus Ölsänden führte zu einer Aufnahme dieser Bestände in die sicher bestätigten Ölreserven. Dies geht aus der gestern in Zürich vorgestellten Studie "Öldorado 2003" der ExxonMobil hervor.

Ölförderung sank

Die Ölförderung dagegen sank um gut 30 Millionen Tonnen auf 3,552 Milliarden Tonnen. Das lag an der schwachen Konjunktur in einigen Weltregionen sowie der anhaltenden Förderdis-ziplin der OPEC. Weltweit stieg die Raffineriekapazität um knapp 35 Millionen Tonnen, mit Schwerpunkten im Nahen Osten und Mittelamerika. Es wurden weltweit rund 15 Millionen Tonnen Öl mehr verbraucht als im Vorjahr, was in Verbindung mit dem Sinken der Förderung zu einem Abbau der weltweiten Lagervorräte beitrug.

Neuer Höhepunkt bei Gasreserven

Auch die Welterdgasreserven erreichten mit 155 673 Milliarden Kubikmetern einen neuen Höhepunkt, wobei Rußland mit 47 544 Milliarden Kubikmetern unangefochten das gasreichste Land der Erde bleibt. Die Gasförderung stieg insgesamt um 16 Milliarden Kubikmeter auf 2534 Milliarden. Hierbei war der größte Zuwachs in Europa zu verzeichnen.

Förderung von Öl aus Ölsänden jetzt wirtschaftlich

Ölsände sind seit vielen Jahrzehnten bekannt, sie werden auch seit einigen Jahrzehnten abgebaut. Bei Kosten zwischen 30 und 40 Dollar pro Barrel war dies lange Zeit nicht wirtschaftlich. Es ist nun seit einigen Jahren gelungen, die Förderkosten auf etwa zehn Dollar pro Barrel und darunter zu senken. Verbesserte Förder- und Gewinnungsmethoden haben hierzu erheblich beigetragen. Nachdem über mehrere Jahre hinweg nachgewiesen wurde, dass die Produktion technisch stabil und wirtschaftlich tragfähig ist, stand einer Aufnahme in die sicher bestätigten Reserven nichts mehr im Wege. Kanada hat sich so mit nunmehr 24,235 Milliarden Tonnen an Ölvorräten fast an die Spitze der ölreichsten Länder katapultiert. Nur Saudi Arabien mit 35,409 Milliarden Tonnen liegt noch davor.

Rafferneriekapazität wuchs

In Asien und den GUS-Staaten stieg die Erdölförderung an, in allen anderen Förderregionen sank sie. Am stärksten war dieser Rückgang im Nahen Osten, wo sie um sechs Prozent fiel. Weltweit wuchs die Raffineriekapazität, sie liegt jetzt bei 4096 Millionen Tonnen. Der Zuwachs von 36 Millionen Tonnen entspricht etwa einem Drittel der deutschen Raffineriekapazität.

Ölverbrauch stieg leicht

Der Ölverbrauch wuchs nur leicht um 0,5 Prozent auf 3543 Millionen Tonnen. Dahinter stehen unterschiedliche Entwicklungen. In Europa und Südamerika ging konjunktur- und witterungsbedingt sowie als Folge von Einsparungen der Verbrauch zurück, während er in den übrigen Regionen der Welt anstieg. Am kräftigsten war dies in den Wachstumsregionen des Fernen Ostens mit 14 Millionen Tonnen der Fall. Allein China mit Hongkong legte um über elf Millionen Tonnen zu.

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