Bestandsaufnahme

Rheinland-Pfalz will Stromausfall vorbeugen

Rheinland-Pfalz will aus den tagelangen Stromausfällen Anfang Dezember im Münsterland Lehren ziehen: "Wir wollen vorbeugen, wo vorbeugen geht und für den Fall der Fälle besser gewappnet sein", sagten die Staatssekretäre Walter Strutz (Wirtschaft) und Hendrik Hering (Inneres) in dieser Woche in Mainz.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Mainz (red) - Die rheinland-pfälzische Landesregierung bat daher um eine Bestandsaufnahme der Netze im Land. Bis Ende Januar sollen die Energieversorger u.a. darüber Rechenschaft ablegen, welche Regionen im Land besonders gefährdet seien und welche Vorsorgemaßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung ergriffen würden. "Erst auf der Basis dieser seriösen Bestandsaufnahme können mögliche Konsequenzen für die Vorbeugung erörtert und gezogen werden", erläuterte Strutz. Zudem wolle man auch die Ergebnisse des Berichts abwarten, den die Bundesnetzagentur vom zuständigen Elektrizitätsnetzbetreiber in Nordrhein-Westfalen angefordert habe. Für den Fall, dass in Rheinland-Pfalz Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) hinsichtlich der technischen Anforderungen an Stromleitungen nicht eingehalten sein sollten, werde das Wirtschaftsministerium seine Aufsichtspflichten und -rechte wahrnehmen, kündigte Strutz an.

"Wenn es zu einem solchen Stromausfall kommt, sind vor allem auch die Polizei- und Katastrophenschutzbehörden gefordert. Entsprechende Maßnahmen und Alarmpläne sind vorbereitet, sie können allerdings nur zum Tragen kommen, wenn die betreffenden Stellen rasch durch die Stromversorger benachrichtigt werden", unterstrich indes Innenstaatssekretär Hendrik Hering. Das Innenministerium habe deshalb die Stromversorger aufgefordert, Informationen zu Art und Dauer eines Stromausfalls unverzüglich dem rund um die Uhr besetzten Lagezentrum des Innenministeriums, der ständig erreichbaren Ansprechstelle Katastrophenschutz der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier sowie den örtlichen Polizeidienststellen, Rettungs- und Feuerwehrleitstellen mitzuteilen.

Besonders wichtig sei auch eine schnelle Information der Bevölkerung über Art und Dauer eines Stromausfalls sowie über mögliche Selbsthilfemaßnahmen. "Hier sehe ich die Stromversorger in der Pflicht, die ihre Kunden im Rahmen einer Bringschuld über Störungen bei der Energieversorgung unterrichten müssen", betonte der Staatssekretär. Hering wies abschließend darauf hin, dass die Bevölkerung für den Fall der Fälle auch eigene Vorsorge betreiben könne. Ein Vorrat an Kerzen, Taschenlampen, Petroleumlampen, entsprechenden Zündmitteln, Ersatzglühbirnen sowie Batterien seien in einer solchen Situation ebenso hilfreich, wie Campingkocher samt entsprechendem Zubehör.