RWE-Kooperation

Rheinland-Pfalz will Ökostromanteil verdoppeln

Die Landesregierung will den Anteil der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien in Rheinland-Pfalz bis zum Jahr 2020 mindestens verdoppeln. Zu diesem Zweck hat das Land eine Kooperation mit dem Energiekonzern RWE vereinbart. So soll etwa der Bau zusätzlicher Stromtrassen bewerkstelligt werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp/red) - Die Kooperation sieht eine verstärkte Zusammenarbeit unter anderem bei dem Ausbau von Stromnetzen und der Entwicklung so genannter intelligenter Netze vor, wie das Umweltministerium am Montag in Mainz mitteilte. Intelligente Netze dienen laut Ministerium dazu, den steigenden Anteil des aus Sonne, Wind, Biomasse oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen dezentral gewonnenen Stroms optimal zu verteilen.

Um dezentral erzeugten Ökostrom von den Anlagen dorthin zu bringen, wo der Bedarf im Land groß sei, brauche man die Aufrüstung vorhandener Stromtrassen, sagte Umweltministerin Margit Conrad (SPD). RWE wiederum habe eine gute Netzinfrastruktur, die den Ausbau ermögliche. Ziel sei es, "heimischen Strom möglichst bei uns im Land zu nutzen", unterstrich die Ministerin.

Zunächst sollen insgesamt über 100 Netzkilometer ausgebaut werden: in der Eifel rund um Gerolstein und Plaidt, in der Region Trier sowie an der Nahe. Bei Bedarf könnten dann nach einigen Jahren nochmals etwa 50 Kilometer neue Trassen zur Anbindung ans Netz hinzukommen. Bis 2020 soll somit der Stromanteil aus regenerativen Energien auf mindestens 30 Prozent steigen.

"Wir haben damit die Chance, allein beim Windstrom die heutige Menge an Ökostrom bis 2020 mindestens zu verdoppeln", sagte Conrad. Schätzungen des Umweltministeriums zufolge hat Windstrom in Rheinland-Pfalz ein großes zusätzliches Leistungspotenzial: für die Eifel 1650 Megawatt, für den Hunsrück 900 Megawatt und für den Westerwald 450 Megawatt. Diese Steigerung soll vor allem durch die Bestückung vorhandener Windkraftstandorte mit leistungsfähigeren Maschinen erreicht werden.