Aus dem Landtag

Rheinland-Pfalz: Strompreisanstieg nicht in voller beantragter Höhe

Auch die Rheinland-Pfälzer müssen sich auf höhere Strompreise einstellen. Alle 66 Versorgungsunternehmen mit Sitz in Rheinland-Pfalz haben eine Genehmigung der Preiserhöhung bei den allgemeinen Tarifen zum Beginn des nächsten Jahres beantragt, wie Wirtschaftsstaatssekretär Günter Eymael (FDP) mitteiltte.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp/sm) - In der Fragestunde des Mainzer Landtags erklärte er, die beantragten Erhöhungen lägen bei durchschnittlich 5,5 Prozent. Betroffen seien alle rheinland-pfälzischen Haushaltskunden, die nach den allgemeinen Tarifen versorgt werden, sowie landwirtschaftliche und kleine Gewerbebetriebe mit einem Verbrauch von weniger als 10 000 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt würden die beantragten Erhöhungen im Schnitt mit 2,28 Euro pro Monat zu Buche schlagen, sagte Eymael.

Begründet werden die Anträge von den Unternehmen den Angaben zufolge mit höheren Bezugskosten, zusätzlichen Belastungen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Kraft-Wärme-Koppelungsgesetz sowie mit Kosten, die durch die Einführung der Regulierung der Energienetze anfielen. Eymael betonte, das Wirtschaftsministerium als Genehmigungsbehörde werde jeden Antrag eingehend prüfen. Dass es zu Erhöhungen kommen werde, sei zwar nicht zu vermeiden, allerdings könne er schon jetzt sagen, dass die Anträge in der jetzigen Höhe nicht durchgehen würden.

Vor einem Jahr hatten die Energieversorger schon einmal eine Erhöhung der Preise zum Jahresbeginn 2005 beantragt. Damals hatte das Wirtschaftsministerium in 90 Prozent der Fälle die beantragten Tarife als überhöht angesehen und Nachbesserungen angemahnt. In der Folge fielen die Preiserhöhungen nach Ministeriumsangaben im Schnitt um 0,3 Cent je Kilowattstunde geringer aus als ursprünglich beantragt.