Nächster Schritt

Rheinland-Pfalz: Brennstoffzellenprojekt wird fortgesetzt

Etwas mehr als drei Jahre hat eine Hochtemperatur-Brennstoffzelle die Energie für das Kreiskrankenhaus Grünstadt geliefert. Jetzt wurde das Forschungsprojekt erfolgreich vorerst abgeschlossen. Eine Fortsetzung mit einer weiterentwickelten Anlage zum Jahresende ist bereits in Vorbereitung.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz/Grünstadt (red) - Die Pfalzwerke planen gemeinsam mit der MTU CFC Solutions GmbH und der rheinland-pfälzischen Firma City Solar aus Bad Kreuznach die Fortsetzung des Brennstoffzellenprojekts in Grünstadt. Wie das Umweltministerium mitteilt, soll Ende des Jahres ein fortentwickelter Brennstoffzellenstapel (Eurostack) eingebaut und mit einer nachgeschalteten Organic Rankine Cycle (ORC)-Anlage ergänzt werden. Diese Anlage wird aus der Abwärme der Brennstoffzelle zusätzlichen Strom gewinnen.

Die für Energie zuständige Ministerin Margit Conrad (SPD) begrüßt die Fortsetzung: "Die Landesregierung hat bereits die erste Phase des Feldversuches unterstützt und Rheinland-Pfalz wird sich weiter finanziell engagieren. Die Fortentwicklung der Hochtemperatur-Brennstoffzellentechnologie ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg, Rheinland-Pfalz zu einem Energieeffizienzland zu entwickeln, weil sie besonders effizient Strom und Wärme erzeugt. Sie nutzt den Brennstoff Erdgas um 30 Prozent besser als herkömmliche Technik. Eine um 30 Prozent bessere Klimabilanz sowie wesentlich weniger Luftschadstoffe sind das Ergebnis."

Die Molten Carbonate Brennstoffzelle (MCFC) im Kreiskrankenhaus Grünstadt wurde seit 2003 von den Pfalzwerken betrieben; sie ist eine von etwa 30 weltweit eingesetzten Feldversuchsanlagen. Auf Seite der Forschung begleiteten die Transferstelle in Bingen sowie MTU CFC Solutions, ein Joint Venture von MTU und RWE fuel cells, als Hersteller die Anlage.

Die Versuchsanlage im Kreiskrankenhaus hat den gesamten Zeitraum über zuverlässig gearbeitet. Das wichtigste Teil, der Brennstoffzellenstapel, hat mit 26.400 Einsatzstunden sogar die ursprünglich geschätzte Lebensdauer von 20.000 Stunden deutlich übertroffen. In diesem Zeitraum wurden rund 4 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt und dabei 5 800 000 Kilogramm CO2 eingespart.

Die Umstellung der Energieversorgung des Kreiskrankenhauses erforderte 2003 Investitionen von rund sechs Millionen Euro. Rheinland-Pfalz hatte das Demonstrationsprojekt mit 870.000 Euro gefördert. Das Folgeprojekt wird vom Land weiter unterstützt und zwar in der Größenordnung von etwa 200.000 Euro. Der neue Stack wird voraussichtlich durch die Bundesregierung gefördert werden.

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