Noch keine Gespräche

RheinEnergie und MVV an E.ON-Tochter Thüga interessiert

Der Kölner Regionalversorger RheinEnergie und der Mannheimer Stadtwerkekonzern MVV Energie sind grundsätzlich an einer Übernahme der E.ON-Tochter Thüga interessiert. Derzeit gebe es jedoch keine Gespräche, sagte der RheinEnergie-Vorstandsvorsitzende Rolf Martin Schmitz.

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Mannheim/Köln (ddp-nrw/sm) - Der größte deutsche Energiekonzern hat in der Thüga seine rund 120 Stadtwerke-Beteiligungen gebündelt. Die Thüga-Übernahme könnte RheinEnergie Presseberichten zufolge zusammen mit ihrem strategischen Partner MVV angehen, an dem das Kölner Unternehmen seit dem vergangenen Oktober mit 16 Prozent beteiligt ist.

Vergangenen Freitag hatte bereits das "Manager-Magazin" über Überlegungen der E.ON berichtet, sich von Thüga zu trennen. Experten schätzen dem Magazin zufolge den Thüga-Wert auf 2,7 Milliarden bis 4,3 Milliarden Euro. Wegen der hohen Kaufsumme prüften die interessierten Stadtwerke, für das Geschäft notfalls weitere Partner wie beispielsweise Finanzinvestoren oder ausländische Energiekonzerne zu gewinnen, hieß es.

RheinEnergie-Chef Schmitz bekräftigte zugleich das Interesse an einer weiteren Aufstockung der MVV-Beteiligung. Dies könnte zu einer Mehrheit bei dem SDAX-Unternehmen führen. Die Stadt Mannheim hält derzeit noch 50,1 Prozent der MVV-Aktien.

RheinEnergie und MVV wollen nach eigenen Angaben künftig unter anderem bei Kraftwerksprojekten und der Energiebeschaffung zusammenarbeiten. Auch sind Kooperationen im Großkundenbereich, beim Regulierungsmanagement und beim Strom- und Gasvertrieb beabsichtigt. RheinEnergie könnte unter anderem auch beim bundesweiten Ökostrom-Vertrieb einsteigen, den MVV im Januar gestartet hatte.