Spiel auf Zeit

Revision soll Biblis A länger am Netz halten

Mit einer mehr als viermonatigen Revision will der Energiekonzern RWE den Kernreaktor Biblis A über die kommende Bundestagswahl hinaus am Netz halten. Der umstrittene Reaktor werde von Mai bis September kommenden Jahres abgeschaltet, sagte RWE-Sprecher Lothar Lambertz am Donnerstag auf ddp-Anfrage und bestätigte damit Medienberichte.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Biblis (ddp/sm) - RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann hatte allerdings bereits im vergangenen Dezember eingeräumt, beim Weiterbetrieb des Kernkraftwerks Biblis auf Zeit zu spielen. Der Energiekonzern hofft nach der Bundestagswahl im September 2009 auf ein günstigeres politisches Klima für Atomkraft in Deutschland.

Laut RWE-Sprecher Lambertz erfolge die "turnusmäßige Revision" von Biblis A aber nicht nur aus taktischen Gründen. Der älteste noch am Netz hängende Kernreaktor in Deutschland solle modernisiert werden, um für eine mögliche Strommengenübertragung gerüstet zu sein.

RWE versucht derzeit nach eigenen Angaben noch, zwei Strommengenübertragungsanträge auf juristischem Weg einzuklagen. Über eine Strommengenübertragung aus dem AKW Mülheim-Kärlich muss das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheiden. Über einen Antrag zur Strommengenübertragung aus dem Kraftwerk Emsland muss der Verwaltungsgerichtshof in Kassel entscheiden. "Wir sind zuversichtlich, unsere Rechtspositionen dort durchsetzen zu können", sagte RWE-Sprecher Lambertz.