Erneuerungen

Revision in Block 2 des Kernkraftwerks Phillipsburg

Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg (KKP 2) geht am Wochenende für die jährliche Revision vom Netz, wie die EnBW heute mitteilte. In Spitzenzeiten werden auf der Anlage weit über 1200 Menschen arbeiten, davon allein 700 Experten von Fremdfirmen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Philippsburg (red) - In den vergangenen Monaten liefen die Vorbereitungen, jetzt beginnen die Arbeiten: Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg (KKP 2) geht am Wochenende für die jährliche Revision vom Netz. Das teilte der Betreiber, die Energie Baden Württemberg AG (EnBW), am heutigen Donnerstag in Karlsruhe mit.

In dem Reaktor werden 40 der 193 Brennelemente ausgetauscht. Die abgebrannten Brennelemente kommen zum Abkühlen in ein Lagerbecken im Reaktorgebäude. Darüber hinaus werden während der jährlichen Revision über 1000 Prüfungen an sicherheitstechnisch oder betrieblich wichtigen Anlagenteilen und Komponenten vorgenommen. Dazu gehören beispielsweise Pumpen, Ventile, Rohrleitungen und elektrische Einrichtungen.

Hinzu kommen fast 1500 weitere Instandhaltungsaufträge, die in den kommenden Wochen in der Anlage abgearbeitet werden sollen. Dazu gehören unter anderem die Großrevision des Generators, die Inspektion des Generatorschalters, der Austausch der Blocksynchronisiereinrichtung und des Anlagenbildrechners sowie die innere Prüfung des Reaktordruckbehälters.

Um dieses Arbeitspensum zu bewältigen, sind ab dem Wochenende wieder zahlreiche Mitarbeiter von anderen Unternehmen auf der Anlage in Philippsburg. "In Spitzenzeiten werden hier weit über 1200 Menschen arbeiten, davon allein 700 Experten von Fremdfirmen", so Kraftwerksleiter Dr. Hans-Josef Zimmer. "Wegen der Vielzahl der Tätigkeiten und der großen Mitarbeiterzahl werden wir gerade in der Revision großen Wert auf die Einhaltung unseres Grundsatzes 'Sorgfalt vor Schnelligkeit' legen."

Zu den Tätigkeiten, die am kommenden Wochenende beginnen, gehört auch die Prüfung der Frischdampfsicherheitsventile. Wie in den letzten Jahren wird dafür reiner, nichtradioaktiver Wasserdampf über die Ventile in die Atmosphäre abgeblasen. Dadurch wird es am Sonntag in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks zu einer Geräuschentwicklung kommen. "Ich bitte die Bevölkerung für diese Beeinträchtigung um Verständnis, sie ist aber leider nicht zu vermeiden. Wir werden sie aber so gering wie irgend möglich halten", verspricht Dr. Zimmer.

Die mehrwöchigen Revisionsarbeiten werden von den Gutachtern des Ministeriums, dem Technischen Überwachungsverein (TÜV), der Kerntechnik-Gutachterarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg (KETAG) und der Staatlichen Materialprüfungsanstalt, Stuttgart (MPA) überwacht. Nach der Abnahme der Arbeiten erteilt das Ministerium für Umwelt und Verkehr in Baden-Württemberg die Genehmigung zum Wiederanfahren der Anlage.

Seit der letzten Revision im Sommer 2003 hat KKP2 über elf Milliarden Kilowattstunden Strom produziert, das entspricht gut 15 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs in Baden-Württemberg. Der Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg ist ein Druckwasserreaktor mit einer elektrischen Leistung von 1458 Megawatt. Die Anlage ging 1984 in Betrieb, in dieser Zeit wurden fast 200 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt.