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Repsol gibt Ölbohrungen vor den Kanaren auf

Der spanische Ölkonzern Repsol gibt die umstrittenen Probebohrungen vor den Kanaren auf. Es seien zwar Öl- und auch Gasvorkommen entdeckt worden, eine Förderung würde sich aufgrund minderer Qualität aber nicht lohnen. Ein Großteil der Bevölkerung dürfte bei dieser Nachricht aufatmen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Madrid (AFP/red) - Der spanische Ölkonzern Repsol hat seine umstrittenen Probebohrungen vor den Kanarischen Inseln aufgegeben. Die Probebohrungen vor der Inselgruppe im Atlantischen Ozean hätten seit November zwar zur Entdeckung von Öl- und Gasvorkommen geführt, doch seien die Vorkommen von geringer Qualität und geringer Menge, so dass sich eine Förderung nicht lohne, erklärte der Konzern am Freitag. Es würden keine weiteren Bohrungen in der Region vorgenommen. Das Erkundungsschiff "Rowan Renaissance" werde nach Angola zurückkehren.

Bewohner und Regionalregierung gegen Ölsuche

Die Bohrungen waren in der Region äußerst umstritten. Umweltschützer sahen die Ölsuche als Bedrohung für die reiche Tier- und Pflanzenwelt der Kanarischen Inseln. Zudem fürchteten viele Menschen in der Region einen Imageschaden für die Inseln, die vor allem vom Tourismus leben. Die Regionalregierung der Kanaren sprach sich gegen die Bohrpläne aus und setzt ein Referendum an. Auf Antrag der Zentralregierung, die das Vorhaben unterstützte, verbot jedoch das spanische Verfassungsgericht die Abstimmung.

Repsol versprach Arbeitsplätze und Investitionen

Repsol bezifferte die Wahrscheinlichkeit, in der Gegend Öl zu finden, auf 17 bis 19 Prozent. Das Unternehmen versprach, im Fall eines positiven Ergebnisses hunderte Millionen Euro zu investieren und neue Arbeitsplätze für die Kanarischen Inseln zu schaffen, wo die Arbeitslosenquote mit 30 Prozent noch höher ist als im Landesdurchschnitt. Bei einer Protestaktion der Umweltorganisation Greenpeace gegen die Bohrungen gab es Zusammenstöße mit der spanischen Marine. Zudem wurde das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" vorübergehend festgesetzt.

Quelle: AFP