Zu wenig Kapazität

Rehberger fordert Ende der Windstrom-Abnahmepflicht

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP) erwartet von einer schwarz-roten Bundesregierung eine schnellstmögliche Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Bezug auf die Windkraft. Die Privilegierung für Strom aus Windkraft könne nicht aufrecht erhalten werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Magdeburg (ddp-lsa/sm) - "Wir brauchen eine Regelung, die darauf abzielt, dass der Strom aus Windkraft nicht immer abgenommen werden muss", forderte Rehberger daher am Montagabend in Magdeburg. In Sachsen-Anhalt würden derzeit jährlich etwa 13 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Damit sei der Bedarf des Landes gedeckt. Davon stammten etwa zwei Milliarden Kilowattstunden aus Windkraftanlagen, erläuterte Rehberger. In den kommenden drei Jahren sollen voraussichtlich weitere 2,5 Milliarden Kilowattstunden aus Windkraft hinzukommen. Dieser Strom müsse in andere Regionen weitergeleitet werden, doch dafür reiche die Kapazität der regionalen Stromnetze nicht aus.

Sollten die Versorger gezwungen sein den gesamten Strom aus Windkraft abzunehmen, müssten sie entweder Strom kaufen, den sie nicht weiterleiten könnten, oder aber Milliarden in den Ausbau ihrer Netze stecken. Auf die Abnehmer im Land kämen nach Schätzungen des Wirtschaftsministeriums dann Preiserhöhungen von bis zu 0,8 Cent pro Kilowattstunde zu.

Schon heute lägen die Strompreise in Sachsen-Anhalt etwa sieben Prozent über dem Bundesdurchschnitt, führte Rehberger aus. Sachsen-Anhalt liegt bei der Menge des aus Windkraft erzeugten Stroms auf Platz fünf im Vergleich aller Bundesländer. 90 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien wird im Land mit Windkraft erzeugt.