25 Prozent gekürzt

Regulierer senkt Netzentgelte auch bei E.ON (Upd.)

Wie bereits bei den Versorgern RWE, Vattenfall und EnBW zu Jahresbeginn hat die Bundesnetzagentur nun auch die beantragten Netzentgelte bei E.ON deutlich gesenkt. Die von der E.ON Netz GmbH beantragten Entgelte seien für dieses Jahr um 25 Prozent verringert worden, teilte die Bonner Regulierungsbehörde mit.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn/Bayreuth (ddp.djn/sm) - Die Behörde begründete die Entscheidung damit, dass sie die vom Unternehmen aufrecht erhaltenen Rechtspositionen wie bereits in der vorangegangenen Genehmigungsrunde nicht anerkennt.

E.ON Netz betreibt wesentliche Teile des deutschen Stromübertragungsnetzes. Dem in Bayreuth ansässigen Unternehmen gehören Stromleitungen mit einer Länge von insgesamt rund 32.600 Kilometern.

Wie auch andere Netzbetreiber erhebt E.ON Gebühren für die Nutzung ihrer Leitungen durch andere Stromversorger, die über kein eigenes Netz verfügen. Nach Berechnungen der Netzagentur haben die Netzentgelte in Deutschland einen Anteil von rund 31 Prozent am Strompreis für Privatkunden. Hiervon entfallen etwa fünf Prozent auf die Entgelte im Hoch- und Höchstspannungsnetz. Im Januar hatte die Bundesnetzagentur bereits die von RWE beantragten Nutzungsentgelte für 2008 um 28 Prozent gekürzt, bei EnBW um 29 Prozent und bei Vattenfall um 15 Prozent.

Kein Zusammenhang mit geplantem Netzverkauf

Die Konzerntochter E.ON Netz bedauerte die Entscheidung der Behörde. Dem erheblichen Anstieg der vom Unternehmen nicht beeinflussbaren Kosten werde "nur ungenügend Rechnung" getragen. So sei insbesondere der Aufwand für sogenannte Verlustenergie gestiegen. Der Konzern hatte jüngst angekündigt, sein Stromnetz verkaufen zu wollen. Netzagentur-Präsident Matthias Kurth verwies darauf, dass die Entscheidung in keinem Zusammenhang mit dem möglichen Verkauf des Netzes stehe.