RWE, EnBW und TEN

Regulierer kürzt weitere Netzentgelte

Die für die Regulierung des deutschen Energiemarkts zuständige Bundesnetzagentur hat heute auch den Netzbetreibern RWE, EnBW und Thüringer Energienetze GmbH (TEN) die Bescheide zur Genehmigung ihrer Netznutzungsentgelte übergeben. Alle müssen die Preise senken, um acht (EnBW) neun (RWE) und 14 Prozent.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (red) - Die Bundesnetzagentur kommt nach den Worten ihres Präsidenten, Matthias Kurth, planmäßig mit den weiteren Netzentgeltgenehmigungen voran und hat heute bei drei wichtigen großen Stromnetzbetreibern die den beantragten Entgelten zugrunde liegenden Kosten um bis zu 14 Prozent gekürzt.

"Wir haben bei allen Genehmigungen die Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf vom 21. Juli 2006 berücksichtigt und dies gibt jetzt ein noch größeres Maß an Rechts- und Planungssicherheit. Ebenso haben wir allen Betroffenen ausführlich Gelegenheit eingeräumt, zu den beabsichtigten Kürzungen Stellung zu nehmen", sagte Kurth heute in Bonn.

Nach Vattenfall haben demzufolge heute auch die RWE Transportnetz Strom GmbH, die EnBW Transportnetze AG sowie der Verteilnetzbetreiber TEN Thüringer Energienetze GmbH die Genehmigung für ihre Netzentegelte erhalten. In allen Fällen führten die Prüfungen zu einer Kürzung der von den Netzbetreibern geltend gemachten Kosten, bei RWE um gut neun und bei EnBW um acht Prozent. Die TEN GmbH muss ihre Entgelte zur Nutzung des Netzes um etwa 14 Prozent reduzieren. Die Kürzungen betrafen u.a. die Bereiche Anlagevermögen, kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung und kalkulatorische Gewerbesteuer.

Im Unterschied zur Genehmigung für die Vattenfall Europe Transmission GmbH (VET), die bis Ende 2006 befristet ist, haben die jetzigen Genehmigungen, wie beantragt, eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2007. Deshalb wurden gewisse Kostensteigerungen aus dem Jahr 2005 berücksichtigt, teilte Kurth weiter mit. Zudem habe es keinen Anlass gegeben, bei den jetzigen Genehmigungen Kürzungen wegen der Kosten für den Ausgleich der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien vorzunehmen.

Gleichzeitig teilte der Regulierer mit, dass bei RWE trotz der generellen Kostenkürzung die Entgelte nicht in gleichem Maße wie die Kosten sinken würden. Die niedrigeren anerkannten Kosten, z. B. bei direkter Entnahme in der Höchstspannungsebene, mussten auf einen reduzierten Absatz umgelegt werden. Dies wirke sich tendenziell preiserhöhend aus. Bei der EnBW hingegen bestehen kaum derartige Sondersituationen, weshalb die Kostenkürzung zu einer entsprechenden Entgeltsenkung von knapp acht Prozent führt.

Bei der TEN GmbH wirkt sich die deutliche Kostensenkung entsprechend auch auf die genehmigten Entgelte aus. Als Folge der geänderten Systematik der Kostenzuordnung nach der Stromnetzentgeltverordnung fallen die Veränderungen für die einzelnen Spannungsebenen und Abnahmebereiche aber unterschiedlich aus.

Wie die EnBW Transportnetze AG unterdessen mitteilte, hält sie die verfügte Kürzung für in der Sache unbegründet und rechtlich fragwürdig. "Die Kürzung basiert auf sachlich und betriebswirtschaftlich nicht nachvollziehbaren Annahmen und Auslegungen", heißt es aus dem Unternehmen. Die erheblichen wirtschaftlichen Einbußen würden weitere Einsparungen bei Betrieb und Ausbau des Netzes erforderlich machen, hieß es weiter. Daher würden rechtliche Schritte gegen den Bescheid der Bundesnetzagentur geprüft.

RWE erwartet Umsatzeinbußen im hohen zweistelligen Millionenbereich. Bislang lägen die Netznutzungsentgelte bei rund einer Milliarde Euro, teilte der Konzern in Essen mit. Die Auswirkungen auf das Ergebnis ließen sich noch nicht genau abschätzen und auch die Folgen auf die Strompreise der Haushaltskunden seien noch nicht abzusehen.