Jahresbericht

Regulierer erwartet weiteren Wettbewerb im Gasmarkt (Upd.)

Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass der Wettbewerb auf dem deutschen Gasmarkt in den kommenden Monaten deutlich an Fahrt gewinnt. Mehrere Unternehmen würden derzeit den Markteintritt prüfen. Trotzdem stehe der deutsche Gasmarkt immer noch am Anfang, so der Präsident der Regulierungsbehörde.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp/sm) - Die Verbraucher könnten auf dem deutschen Gasmarkt mit weiteren Angeboten rechnen, sagte der Präsident der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, bei der Vorstellung des Jahresberichts der Regulierungsbehörde heute in Bonn. Zahlreiche Unternehmen prüften zurzeit einen Eintritt in den Markt. Nach Einschätzung von Kurth hat zu den sinkenden Gaspreisen in Deutschland neben der Ölpreisentwicklung auch die bisherige Arbeit seiner Behörde beigetragen. "Dass es flächendeckend neue Gasangebote für Privatkunden gibt, die Preise sinken und neue Akteure den Wettbewerb beleben, hat vor einem Jahr kaum jemand prognostiziert", sagte er.

Allerdings gebe es keinen Grund für Euphorie, denn der deutsche Gasmarkt stehe immer noch am Anfang seiner Entwicklung, so Kurth weiter. Angebote wie die jüngst gestartete E.ON-Vertriebsoffensive "E wie einfach" zeigten aber, dass der Gaswettbewerb im Haushaltsbereich physisch möglich sei.

Generell habe seine Behörde im vergangenen Jahr mit ihren Maßnahmen zur Förderung des Wettbewerbs bei Gas, Strom und Telekommunikation für sinkende Preise gesorgt, führte Kurth aus. Gleichzeitig habe sie diesen früher von monopolistischen Strukturen dominierten Branchen Wachstumsimpulse gegeben. "Erst der Wettbewerb zwischen den Netzen oder in den Netzen ist der Garant dafür, dass Netze effizient und optimal ausgelastet werden und die Nachfrager und Endverbraucher verstärkt Dienstleistungen in Anspruch nehmen", sagte Kurth weiter.

Nach Angaben der Behörde stiegen die Umsatzerlöse im deutschen Telekommunikationsmarkt trotz gesunkener Preise seit Ende der 90er Jahre um 23,3 Milliarden Euro. Die Mobilfunknutzung habe um rund 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Auf dem Gasmarkt habe sich gezeigt, dass durch ein Bündel von regulatorischen Eingriffen auch kurzfristig Bewegung in lange abgeschottete Märkten kommen kann. Auch der Schienengüterverkehr habe durch die Netzöffnung und den Wettbewerb Zuwachsraten zu verzeichnen, wie sie seit 25 Jahren nicht mehr erreicht wurden. Der deutsche Postmarkt, für den die Bundesnetzagentur ebenfalls zuständig ist, muss nach deren Ansicht auch nach der kompletten Liberalisierung im kommenden Jahr reguliert werden.